Schwere Vertuschungs-Vorwürfe! Wurde Anis Amris Helfer heimlich abgeschoben?

Berlin - Heftige Anschuldigungen gegen die deutschen Sicherheitsbehörden! Angeblich ließen diese einen Mann abschieben, weil er Anis Amri beim Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz unterstützte. Sollte seine mögliche Beihilfe so vertuscht werden?

Anis Amri raste am 19. Dezember 2016 mit einem Lkw auf den Weihnachtsmark am Berliner Breitscheidplatz.
Anis Amri raste am 19. Dezember 2016 mit einem Lkw auf den Weihnachtsmark am Berliner Breitscheidplatz.  © DPA

Wie das Magazin Focus berichtet, gehen diese Annahmen aus der Redaktion vorliegenden, geheimen Ermittlungsdokumenten hervor. Bei dem angeblichen Helfer Amris handele es sich um den radikalen Islamisten Bilel Ben Ammar, welcher als Agent für den marokkanischen Geheimdienst tätig sein soll. Die Abschiebung sollte ihn laut Informationen des Magazins vor einer drohenden Strafverfolgung in der Bundesrepublik schützen.

Ammar soll sich noch am Abend des 18. Dezember, einen Tag vor dem Attentat, bei welchem 12 Menschen gestorben und mehr als 60 verletzt worden waren, mit Amri getroffen haben. Außerdem soll es Aufzeichnungen einer Kamera am Breitscheidplatz geben, welche Ammar zeigen, wie er Amri nach dem Anschlag zur Flucht verhalf, indem er einem Mann mit einem Kantholz gegen den Kopf schlug. Dieser Mann soll noch heute im Koma liegen.

Gut eine Woche nach dem Attentat, am 28. Dezember, soll eine E-Mail im Bezug auf Ammar bei der Bundespolizei eingegangen sein, in welcher es hieß: "Seitens der Sicherheitsbehörden und des Bundesinnenministeriums besteht ein erhebliches Interesse daran, dass die Abschiebung erfolgreich verlaufen soll."

Der in der Zwischenzeit festgenommene angebliche Helfer Amris soll bereits am 1. Februar 2017 mitten in der Nacht aus der JVA Berlin-Moabit über Frankfurt nach Tunesien geflogen worden sein.

Besonders die Fraktionen der Linken und der Grünen fordern nun eine schnellstmögliche Aufklärung dieses Vorfalls. Die in einer Nacht-und-Nebel-Aktion erfolgte Abschiebung eines möglichen Mittäters von Anis Amri sei ein großes Rätsel, welches politisch nicht geklärt ist, so Martina Renner (Linke) aus dem Amri-Untersuchungsausschuss gegenüber dem Focus.

"Falls Ben Ammar mit Kenntnis deutscher Behörden für einen ausländischen Geheimdienst spioniert hat, wäre das ein weiterer Beleg für den fatalen Zustand unseres Inlandsgeheimdienstes."

Bei dem Anschlag wurden 12 Menschen getötet und über 60 weitere verletzt.
Bei dem Anschlag wurden 12 Menschen getötet und über 60 weitere verletzt.  © DPA

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