Blutige Messerattacken: Flüchtlinge und Gewalt in bayerischem Ankerzentrum

Schweinfurt - Die Polizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln wegen zwei blutiger Messerstechereien, die sich im Umfeld des Schweinfurter Ankerzentrums ereigneten. Es ist nicht das Erste Mal, dass die Flüchtlingsunterkunft wegen Gewalt in die Schlagzeilen gerät.

An zwei Tagen in Folge musste die Polizei wegen Gewalt in dem Ankerzentrum ermitteln (Symbolbild).
An zwei Tagen in Folge musste die Polizei wegen Gewalt in dem Ankerzentrum ermitteln (Symbolbild).  © DPA (Fotomontage)

Schon am Montagabend soll es in der Unterkunft beim Schweinfurter Kasernenweg zu einer Messerattacke gekommen sein.

Ein 22 Jahre alter Flüchtling soll seinen 31 Jahre alten Mitbewohner mit einem Messer angegriffen haben. Das Opfer erlitt eine Schnittverletzung im Gesicht, wie das Polizeipräsidiums Unterfranken und die Staatsanwaltschaft Schweinfurt am Mittwoch gemeinsam mitteilten.

Gegen den Tatverdächtigen werde nun wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt. Der Mann sitzt bereits in Untersuchungshaft.

Das Motiv für den Angriff ist noch unklar. "Es liegen jedoch Erkenntnisse vor, dass es bereits im Vorfeld der Tat im Bereich eines nahegelegenen Supermarktes zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen dem mutmaßlichen Messerangreifer und einem anderen Bewohner der Asylbewerberunterkunft gekommen war", sagte ein Sprecher.

Erneute Gewalt-Eskalation nur einen Tag später

Ein Armenier erlitt eine Stichverletzung im Bereich der Hüfte (Symbolbild).
Ein Armenier erlitt eine Stichverletzung im Bereich der Hüfte (Symbolbild).  © 123RF/Igor Stevanovic

Bereist am nächsten Tag musste die Polizei abermals zu dem Ankerzentrum in Schweinfurt ausrücken.

Auf einem Parkplatz vor der Flüchtlingsunterkunft war es am Dienstag gegen 22.45 Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen vier Armeniern aus dem Raum Frankfurt und sechs armenischen Bewohnern des Ankerzentrums gekommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft ebenfalls am Mittwoch bekannt gaben.

Der Streit schlug in Gewalt um. "Drei Personen wurden dabei verletzt, ein Mann erlitt eine Stichverletzung im Bereich der Hüfte", sagte ein weiterer Sprecher.

Auch in diesem Fall ermittelt die Polizei wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Das Ankerzentrum wurde schon in der Nacht zu Mittwoch von zahlreichen Einsatzkräften durchsucht. Drei Tatverdächtige im Alter von 37, 40 und 41 Jahren wurde festgenommen.

Im Laufe des Mittwochs konnte die Polizei dann drei weitere Tatverdächtige im Alter von 34, 41 und 57 Jahren identifizieren und festnehmen.

Alle sechs Tatverdächtigen wurden befragt und dann wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Hintergründe des blutigen Streits auf dem Parkplatz sind Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Flüchtlings-Aufstand und sexueller Missbrauch

Das Ankerzentrum in Schweinfurt ist nicht zum ersten Mal wegen gewalttätiger Vorfälle in den Schlagzeilen.

Erst Mitte Juni hatte es in den ehemaligen Kasernen, die damals noch als Erstaufnahme-Einrichtung genutzt wurden, einen Flüchtlings-Aufstand gegeben.

Anfang Juni hatte ein Fall für Aufregung gesorgt, der sich in der Gemeinde Gochsheim unweit von Schweinfurt ereignete. Dabei ging es um den Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Der Tatverdächtige ist ein 18-jähriger Flüchtling aus Syrien.

Titelfoto: DPA (Fotomontage)


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