Archäologen räumen den Weg fürs Finanzamt frei

Auch die Probiergefäße wurden gefunden.
Auch die Probiergefäße wurden gefunden.  © Klaus Jedlicka

Annaberg-Buchholz - Mehr als 10.000 Einzelfunde in einem Jahr! Ein Grabungsteam des Landesamtes für Archäologie hat seit April 2016 das Baufeld für das künftige Finanzamt des Erzgebirgskreises genau unter die Lupe genommen. Dabei wurden unter anderem die Mauern des ehemaligen Franziskanerklosters an der Klosterstraße freigelegt.

"Die Funde eröffnen einen äußerst aufschlussreichen Blick in die Geschichte der traditionsreichen Bergstadt", so Grabungsleiter Silvio Bock (43).

"Bedeutsam sind zum Beispiel Probiergefäße und -öfen, die so schon von Agricola beschrieben wurden."

Grabungsleiter Silvio Bock (43) mit einem Schmelztiegel, der zur Silberbearbeitung genutzt wurde.
Grabungsleiter Silvio Bock (43) mit einem Schmelztiegel, der zur Silberbearbeitung genutzt wurde.  © Klaus Jedlicka

Der Grundriss des Klosters ist komplett erhalten.

Es gehörte im 16. Jahrhundert zu den bedeutendsten seiner Art in Sachsen. 1502 legte der Stadtgründer Herzog Georg der Bärtige den Grundstein für die 3000 Quadratmeter große Anlage. "Ebenso wie das Backsteinpflaster im Kreuzgang und die Reste der Klosterkirche."

Die Funde überbrücken einen Zeitraum vom späten 15. bis ins 20. Jahrhundert. Für die geht es jetzt nach Dresden. "Wir arbeiten sie auf, katalogisieren und analysieren sie", so Bock. Danach kommen die Funde ins Zentrallager.

Ende Juni räumen die Archäologen das Baufeld und machen den Weg frei für die Bauarbeiten des Finanzamts.

Viele Annaberger wollten sich die alten Klostermauern anschauen, bevor das Finanzamt dort entsteht.
Viele Annaberger wollten sich die alten Klostermauern anschauen, bevor das Finanzamt dort entsteht.  © Klaus Jedlicka

Titelfoto: Klaus Jedlicka


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