Darum pflegen Jugendliche in den Ferien freiwillig russische Kriegsgräber

Annaberg-Buchholz - Sommerferien: ausschlafen, schwimmen, Gräber pflegen? Genau dies tun momentan 22 Jugendliche aus elf europäischen Ländern in Annaberg-Buchholz. Hier findet ein internationales Workcamp des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge statt.

Denkmalpflege: Katharina Eckstein (19) und Niklas Santhoff (21) haben Spaß bei der gemeinsamen Arbeit.
Denkmalpflege: Katharina Eckstein (19) und Niklas Santhoff (21) haben Spaß bei der gemeinsamen Arbeit.  © Uwe Meinhold

"Auf dem Alten Friedhof sind 138 russische Zwangsarbeiter fernab ihrer Heimat bestattet", weiß Projektleiter Jan Immer (19). "Wir versuchen gemeinsam mit den Teilnehmern, Lebenswege und -stationen nachzuvollziehen und zu dokumentieren. Wir begeben uns auf Spurensuche in den Familiengeschichten."

Neben der Grabpflege, zu der Unkraut jäten und Grabsteine putzen gehören, sollen jedoch auch die Freizeit und der interkulturelle Austausch nicht zu kurz kommen: Am Donnerstag steht ein Besuch im Militärhistorischen Museum in Dresden an, am Samstag geht es ins tschechische Cheb.

Am 8. August findet dann eine Gedenkfeier auf der Kriegsgräberstätte in Annaberg-Buchholz statt.

Wer sich für Geschichte interessiert und sich mit Jugendlichen aus anderen Ländern austauschen will, für den hat Jan Immer einen Tipp: "Wir suchen noch Teilnehmer für unser deutsch-ukrainisches Workcamp vom 25. August bis 10. September in Ternopil und Dresden."

Anmeldungen sind noch bis zum 4. August beim Landesverband Sachsen möglich. Infos und Formulare unter: www.volksbund.de/sachsen/workcamps

Auch Grabsteine putzen steht auf dem Plan der Jugendlichen.
Auch Grabsteine putzen steht auf dem Plan der Jugendlichen.  © Uwe Meinhold

Titelfoto: Uwe Meinhold

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