Darum haben es Parksünder in Annaberg richtig gut

Bürgermeister Rolf Schmidt zeigt die Karten, mit denen die Autofahrer lediglich verwarnt werden.
Bürgermeister Rolf Schmidt zeigt die Karten, mit denen die Autofahrer lediglich verwarnt werden.

Von Antje Meier

Annaberg-Bochholz - Ein Zettel hinterm Scheibenwischer: Da hat das Ordnungsamt wohl fleißig Knöllchen verteilt. Oder doch nicht? In Annaberg-Buchholz werden Parksünder nämlich neuerdings „freundlich verwarnt“.

„Sie haben Ihr Fahrzeug verkehrswidrig abgestellt“, ermahnt die Karte an der Frontscheibe. Doch genauer hingeschaut, entdeckt der Parksünder auf der Rückseite einen kleinen Jungen, der erschrocken die Hände im Gesicht vergräbt und dazu der Text:

„Wahrscheinlich haben Sie die Halte- und Parkverbotsschilder dieses Mal übersehen. Deshalb wollen wir heute ein Auge zudrücken und auf eine kostenpflichtige Verwarnung verzichten.“

Die Einführung der „freundlichen Verwarnungen“ hat Annabergs Oberbürgermeister Rolf Schmidt (55) angeregt. Er wolle die Verkehrssünder erziehen, aber nicht „abzocken“. Eine Stadt müsse nicht „gnadenlos kassieren“, so Schmidt. Zumindest nicht bei leichten Verstößen – wie einer vergessenen Parkscheibe oder überzogener Parkzeit.

Trotzdem ein Knöllchen bekommen Autofahrer, „die widerrechtlich auf Behindertenparkplätzen parken, Feuerwehrzufahrten blockieren, im absoluten Halteverbot stehen sowie ordnungswidrig am Markt parken“, erklärt Stadtsprecher Matthias Förster (58). Da werde hart durchgegriffen. Auch wer häufiger ertappt wird, muss zahlen.

Außerdem können die Bürger nicht immer auf Gnade hoffen. Förster erklärt: „Immer an einem Tag der Woche und in wechselnden Straßen werden die ,freundlichen Knöllchen‘ verteilt.“

Das sind die Karten, über die sich die Annaberger mit Sicherheit nicht ärgern.
Das sind die Karten, über die sich die Annaberger mit Sicherheit nicht ärgern.

Fotos: Uwe Meinhold


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