Zuviel des Guten: Dieses Pony wurde totgefüttert!

Pony Harras musste wegen einer schweren Kolik eingeschläfert werden.
Pony Harras musste wegen einer schweren Kolik eingeschläfert werden.

Von Bernd Rippert

Annaberg-Buchholz – Trauriger Start ins neue Jahr: Pony Harras aus dem Tierpark Annaberg ist tot. Totgefüttert durch achtlose Besucher, sagt die Leiterin Ina Bretschneider (53): "Viele Besucher missachten das Fütterungsverbot."

Seit Jahren warnen Verbotsschilder vor dem wahllosen Füttern der 130 Tiere. Umsonst. Kurz vor Weihnachten warfen achtlose Besucher den drei Ponys und einem Esel Blumenkohl ins Gehege. Gemüsereste beweisen das.

Die scheinbar gute Tat hatte grauenvolle Folgen. "Blumenkohl verursacht bei diesen Tieren schwere Blähungen und Koliken", berichtet Chefin Bretschneider.

Alle drei Ponys wurden schwer krank.

Das Pony war einer der beliebtesten Bewohner des Tierparks in Annaberg-Buchholz.
Das Pony war einer der beliebtesten Bewohner des Tierparks in Annaberg-Buchholz.

Bei Harras verschlechterte sich der Zustand so sehr, dass er mit einem Notfalltransport in die Tierklinik nach Nossen gefahren wurde.

Doch die Tierärzte konnten dem Pony nicht mehr helfen und mussten das süße Tier einschläfern.

Ina Bretschneider schimpft: "Harras musste sehr leiden. Die Koliken verursachten schreckliche Magenschmerzen."

Mit Harras (19) verlor der rund 50 Jahre alte Tierpark einen seiner beliebtesten Bewohner.

Und Ina Bretschneider verliert ihre Geduld mit den uneinsichtigen Fütterern: "Wir lassen noch mehr Verbotsschilder aufstellen. Außerdem bitten wir alle Besucher, auf verbotenes Füttern zu achten und uns zu melden, damit wir gegen diese Personen vorgehen können."

Die Tierparkleiterin geht nicht von Unwissenheit bei den Besuchern aus, sondern von einem bewussten Verhalten: „Die wissen ganz genau, dass sie nichts in die Gehege werfen dürfen und tun es heimlich.“ Mit schlimmen Folgen für die Tiere. Aber auch für den Tierpark:

"Der Tierarzteinsatz kostete uns 2500 Euro. Das Geld fehlt uns jetzt, wenn wir Gehege oder Zäune erneuern wollen."

Fotos: Tierpark der Stadt Annaberg-Buchholz


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