CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer bei Markus Lanz: Das erwartet sie von ihrem Nachfolger

Hamburg - Die scheidende CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sieht den Erfolg ihres Nachfolgers an dessen integrative Fähigkeiten geknüpft.

Die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer war in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" zu Gast.
Die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer war in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" zu Gast.  © Christian Charisius/dpa

Diese Herausforderung sei nur zu bestehen, "wenn man das, was die CDU immer ausgemacht hat und erfolgreich gemacht hat, nämlich dass man für unterschiedliche Gruppen wirklich auch ein Angebot hat, wenn man das zusammenbringt", sagte sie am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz".

Ob das auch dem Kandidaten Friedrich Merz gelinge, der am Dienstag seine Kandidatur für den Bundesvorsitz angemeldet hatte, müsse man sehen.

Sie sei während seiner Zeit als Unionsfraktionschef in Berlin "nicht so aktiv" gewesen und könne seine Integrationsfähigkeit deshalb nicht richtig beurteilen.

"Aber er wird sich das sicherlich überlegen, denn die CDU ist eine Volkspartei, und das heißt, es ist eine Partei, die geradezu davon lebt, dass sie integriert. Das entscheidet über den Erfolg oder Nichterfolg."

Sie habe zu Merz ein "sehr offenes Verhältnis". Auch seine Konkurrenz zu ihr habe er nach der Niederlage gegen sie um die Nachfolge Angela Merkels als CDU-Bundesvorsitzende auf dem Parteitag Ende 2018 immer offen kommuniziert.

Insofern sei sie mit sich und mit ihm im Reinen - trotz seiner Kritik am Erscheinungsbild der Bundesregierung, das er als "grottenschlecht" bezeichnet hatte.

Spahn verzichtet auf Spitzenposten

Die scheidende CDU-Chefin sprach über ihre möglichen Nachfolger.
Die scheidende CDU-Chefin sprach über ihre möglichen Nachfolger.  © Michael Kappeler/dpa

Dasselbe gelte für Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet, der ebenfalls als ihr Nachfolger antreten will und auch Kritik an ihr geäußert hatte.

"Nachdem er heute gesagt hat zusammen mit Jens Spahn, er habe eine extrem vertrauensvolle Zusammenarbeit gesehen (...), und wenn er das so sagt, dann wird es so gewesen sein."

Von dem Bündnis der beiden Politiker habe sie allerdings erst aus der Presse erfahren. Überrascht sei sie hingegen davon nicht gewesen.

In den vertraulichen Gesprächen, die sie in den vergangenen Tagen mit allen möglichen Kandidaten geführt habe, sei deutlich geworden, dass es auf Teamlösungen hinauslaufe. Wichtig sei, dass die verschiedenen Strömungen in der Partei zusammengeführt würden, sagte die scheidende Bundesvorsitzende.

Am 25. April kommt es auf einem Sonderparteitag in Berlin zur Kampfabstimmung um den CDU-Vorsitz.

Zu den Kandidaten für ihre Nachfolge wollte sich Kramp-Karrenbauer nicht weiter äußern. "Das Adenauer-Haus ist in dem Punkt neutral. Das gilt auch für die Parteivorsitzende."

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