Anonymous eröffnet die Jagd auf japanische Walfänger

Der Internationale Gerichtshof warf Japan vor, nichts gegen die Walfänger zu unternehmen.
Der Internationale Gerichtshof warf Japan vor, nichts gegen die Walfänger zu unternehmen.

Von Matthias Kernstock

Japan - Das Hackernetzwerk Anonymous hat wieder zugeschlagen: Nach den Angriffenen gegen IS-Terroristen landeten die Hacker nun einen weiteren Erfolg: Fast 100 Seiten in Japan wurden im Rahmen einer "Anti-Walfänger"-Kampagne lahmgelegt.

Jetzt bekommt die japanische Walfänger-Industrie den Zorn von Anonymous zu spüren!

Wie Polizeibehörden in Japan mitteilen, wurden seit September insgesamt 97 Internetseiten in Japan von Anonymous angegriffen. Anonymous legte dabei auch zahlreiche Seiten lahm, die mit dem Abschlachten von Walen oder Delfinen in Verbindung gebracht werden, so das Medienmagazin "NHK".

Auch Behörden, Nachrichtenorganisationen und Flughäfen seien angegriffen worden. Seit Jahrzehnten prangern Anonymous und Tierschutzorganisationen die barbarische Jagd auf die Meerestiere in Japan an. Trotz eines Verbot des kommerziellen Walfanges würde das Abschlachten unter dem Deckmantel der "Wissenschaft" kein Ende nehmen.

Der Internationale Gerichtshof warf Japan vor, nichts gegen die Jagd zu "Forschungszwecken" zu unternehmen. Pro Jahr würden 333 Wale getötet werden. Die Polizeibehörden in Japan warnen bereits vor weiteren Angriffen durch Anonymous.

Anonymous greift jetzt Walfänger in Japan an.
Anonymous greift jetzt Walfänger in Japan an.

Die Hackergemeinschaft "Anonymous" hatte in den letzten Wochen und Monaten immer wieder mit Angriffen für Aufmerksamkeit gesorgt.

Ende November hackte die Gemeinschaft eine Seite der Terrormiliz Islamischer Staat im versteckten Teil des Internets und platzierte dort Viagra-Werbung (MOPO24 berichtete). Dazu schrieb Anonymous:

"Zu viel ISIS. Kommt mal runter. Zu viele Menschen beschäftigen sich mit diesem ISIS-Zeug. Bitte schaut euch diese wunderbare Werbung an, damit wir unsere Infrastruktur aufbessern können um euch die ISIS-Inhalte zu liefern, die ihr alle so wahnsinnig liebt."

Nur wenige Tage vorher veröffentlichte das berüchtigte Netzwerk einen 8-Punkte-Plan, wie man den IS zerstören will. "Anonymous" wollte die Terrormiliz Islamischer Staat infiltrieren und von Innen heraus bekämpfen. Die Echtheit des 8-Punkte-Plans, der auf der Plattform "Pastebin" im Original gelesen werden kann, konnte bis heute nicht bestätigt werden.

Nach der Terrorserie in Paris erklärte das Hacker-Netzwerk dem Islamischen Staat (IS) mit martialischen Worten den virtuellen Krieg: "Diese Attentate können nicht ungestraft bleiben", hieß es in einem veröffentlichten Video.

Gesprochen wird die Botschaft von einer Computerstimme: "Wir werden euch finden und wir werden nicht nachlassen. Wir werden die wichtigste Operation gegen euch starten, die je gegen euch geführt wurde. Der Krieg hat begonnen."

Fotos: dpa (1), anonymous (1)


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