CSU-Politiker und Polizist will Koks kaufen: Dealer entpuppt sich als LKA-Ermittler

Ansbach - CSU-Politiker Christian A. ist im bayerischen Landkreis Ansbach ehrenamtlicher Bürgermeister. Der angesehene Mann arbeitet darüber hinaus als Polizist - und steht nun vor einem kompletten Scherbenhaufen.

In Ansbach ist ein 42-Jähriger von einem LKA-Beamten erwischt worden. (Symbolbild)
In Ansbach ist ein 42-Jähriger von einem LKA-Beamten erwischt worden. (Symbolbild)  © 123RF

Auslöser ist der Versuch des 42-Jährigen, sich Ende August am Ansbacher Hauptbahnhof Kokain kaufen zu wollen. Statt an einen Dealer geriet er jedoch an einen verdeckt ermittelnden LKA-Beamten, ein Spezialeinsatzkommando griff zu.

Wie die Abendzeitung berichtet, ist A. von seinen politischen Ämtern inzwischen zurückgetreten, auch im aktiven Polizeidienst befindet er sich aktuell nicht mehr. Gegen den Mann aus Bayern, der sich wieder auf freiem Fuß befindet, läuft ein Verfahren.

Suspendiert ist er allerdings nicht. Wie eine Sprecherin der Polizei gegenüber dem Blatt mitteilte, sei der dreifache Familienvater aufgrund einer schweren "traumatischen Belastungsstörung" krankgeschrieben. Weiterführende Schritte seien deshalb zumindest im Moment kein Thema.

"Wir warten das Ergebnis der Ermittlungen ab und entscheiden über eventuelle Maßnahmen im Einzelfall", so die Sprecherin.

Der 42-Jährige selbst erklärte sich zwar nicht persönlich, ließ bei einer Sitzung des Gemeinderates der Stadt allerdings eine Erklärung verlesen. A. bezeichnete sich in dieser als "krank", er sei von der "schwer belastenden Arbeit bei der Kriminalpolizei - Mord, Totschlag, Leichensachbearbeitungen und Sexualdelikten" gezeichnet, habe deshalb den Versuch unternommen, Kokain am Bahnhof in Ansbach zu kaufen. Es habe sich um einen "einmaligen Fehler" gehandelt.

Ein entsprechendes Attest, welches seine Krankheit belegen soll, wurde nach AZ-Informationen allerdings erst einige Tage nach dem Vorfall ausgestellt. Auch bei seiner Verhaftung soll diese zu keinem Zeitpunkt zur Sprache gekommen sein.

Der Verdacht gegen A. soll darüber hinaus nicht neu sein. So stand er nach Recherchen der Zeitung länger im Fokus, darauf würden interne Ermittlungen des LKA hindeuten.

Während die privaten Konsequenzen von erheblicher Natur sind, dürfte eine eventuelle Verurteilung glimpflich ausfallen. Da A. lediglich ein Gramm Kokain kaufen wollte, das juristisch anders bewertet wird als größere Mengen, könnte eine Geldstrafe folgen. Sollte das Verfahren nicht aufgrund von Geringfügigkeit eingestellt werden.

Titelfoto: 123RF


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