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Mutmaßlicher Brüssel-Attentäter festgenommen

Berlin - Nach den Terroranschlägen in Brüssel kann die belgische Hauptstadt wieder per Bahn von Berlin aus erreicht werden.

12:28 Uhr:

Brüssel - Nach den Terroranschlägen von Brüssel ist das für Dienstag geplante Fußball-Länderspiel zwischen Belgien und Portugal abgesagt worden.

Die Stadt Brüssel habe aus Sicherheitsgründen und als Vorsichtsmaßnahme darum gebeten, teilte der belgische Verband am Mittwoch mit.

11:00 Uhr:

Najim Laachraoui wurde nach belgischen Medieninformationen am Mittwochmorgen in Anderlecht festgenommen.
Najim Laachraoui wurde nach belgischen Medieninformationen am Mittwochmorgen in Anderlecht festgenommen.

Anderlecht - Belgischen Medienberichten zufolge soll einer der dei Terrorverdächtigen, Najim Laachraoui, festgenommen worden sein.

Sicherheitskräfte sollen ihn in Anderlecht in Gewahrsam genommen haben. Das meldet unter anderem die Zeitung "La Dernière Heure".

8:30 Uhr:

Fotos einer Überwachungskamera zeigen die Brüssel-Terroristen im Flughafengebäude
Fotos einer Überwachungskamera zeigen die Brüssel-Terroristen im Flughafengebäude

Zwei Brüsseler Brüder haben nach Medienangaben das tödliche Attentat auf dem Flughafen der EU-Hauptstadt verübt.

Wie der Sender RTBF am Mittwoch unter Berufung auf Polizeiquellen meldete, wurden die Brüder Khalid und Brahim El Bakraoui als Täter identifiziert. Sie sprengten sich demnach am Dienstag in der Abflughalle in die Luft und rissen etliche Menschen mit in den Tod.

Khalid El Bakraoui hatte demnach unter falscher Identität auch eine Wohnung im Brüsseler Stadtteil Forest angemietet, wo es bereits am Dienstag vergangener Woche bei einer Hausdurchsuchung zu einer Schießerei mit der Polizei kam. Ein mutmaßlicher Terrorist kam dabei ums Leben, zwei Verdächtige flüchteten. Die beiden identifizierten Brüder waren der Polizei laut RTBF bereits als Schwerkriminelle bekannt, standen bisher jedoch nicht unter Terrorverdacht.

Zuvor hatte die Zeitung «La Dernière Heure» die beiden Brüder mit dem am Freitag nach der Hausdurchsuchung festgenommenen Salah Abdeslam in Verbindung gebracht.

Abdeslam wird eine Beteiligung an den Pariser Anschlägen vom 13. November mit 130 Toten vorgeworfen.

7:00 Uhr:

Bahnreisende können wieder nach Brüssel fahren - die Flüge bleiben gestrichen.
Bahnreisende können wieder nach Brüssel fahren - die Flüge bleiben gestrichen.

Brüssel - Nach den Terroranschlägen in Brüssel kann die belgische Hauptstadt wieder per Bahn von Berlin aus erreicht werden.

Der Zugverkehr sei mit Betriebsbeginn wieder nach Fahrplan aufgenommen worden, teilte die Deutsche Bahn mit. Es könne vereinzelt aber Verspätungen geben.

Die Strecke zwischen den Hauptstädten führt über Köln. Es werden täglich mehrere Züge angeboten. Dagegen gibt es auch am Mittwoch keine Flüge zwischen Berlin und Brüssel.

Betroffen sind nach Angaben der Flughafengesellschaft sieben Flugpaare von und nach Tegel oder Schönefeld. Der Flughafen in Brüssel war nach den Anschlägen am Airport selbst und einer U-Bahn-Station mit mindestens 34 Toten noch gesperrt.

Die Anschläge in Brüssel: Was wir wissen - und was nicht

WAS GENAU IST PASSIERT?

Die Terrorserie beginnt kurz nach 08.00 Uhr auf dem Flughafen Zaventem, eine halbe Autostunde von der Innenstadt entfernt. In der Abflughalle gibt es in kurzer Folge zwei schwere Explosionen. Bilanz: mindestens 14 Tote am Flughafen, etwa 100 Verletzte. Punkt 09.11 Uhr dann noch ein Anschlag, dieses Mal in der Metro-Station Maelbeek, mitten im EU-Viertel. In einer U-Bahn, die gerade steht, explodiert ein Wagen - vermutlich eine Bombe. Bilanz hier: mindestens 20 Tote und etwa 130 Verletzte. Stundenlang gibt es dann immer wieder Gerüchte über neue Anschläge - alles Fehlanzeige, zum Glück.

WIE REAGIEREN DIE BELGISCHEN BEHÖRDEN?

Für Belgien gilt nun wieder die höchste Terrorwarnstufe - wie zuletzt im November 2015, nach den Anschlägen von Paris. Der Flughafen wird sofort geräumt. Mehr als 1000 Flüge müssen umgeleitet werden. Alle U-Bahnen, Straßenbahnen, Busse stehen still. Erst nach acht Stunden fahren die ersten Züge wieder. Der Schutz für die Zentralen von EU und Nato wird nochmals verschärft. Im Atomkraftwerk Tihange werden alle, die nicht unbedingt gebraucht werden, nach Hause geschickt. Belgiens Krisenzentrum empfiehlt: «Bleiben Sie, wo sie gerade sind!» Erst um 16.30 Uhr heißt es dann, man könne wieder auf die Straße gehen. Das Rote Kreuz bittet um Blutspenden für die Verletzten.

WER STECKT HINTER DEN ANSCHLÄGEN?

Erst am Freitag war in Brüssel ein mutmaßlicher Drahtzieher der Paris-Anschläge festgenommen worden, Salah Abdeslam. Seither rechneten Experten mit neuen Aktionen aus seinem Umfeld. Wenige Stunden nach den Bluttaten bekennt sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu den Anschlägen. Mehrere «Soldaten des Kalifats» hätten mit Sprengstoffgürteln und Sprengkörpern den «Kreuzfahrerstaat Belgien» angegriffen, heißt es in einer Stellungnahme der Extremisten im Internet. Möglicherweise wurden die offensichtlich genau geplanten Attentate nach der Festnahme Abdeslams vorgezogen.

WIE IST DER STAND DER FAHNDUNG?

Ein von der Polizei veröffentlichtes Fotos zeigt drei Männer, die am Flughafen von einer Überwachungskamera erfasst worden sind. Nach Angaben des belgischen Innenministers Jan Jambon sterben zwei von ihnen als Selbstmordattentäter. Nach dem dritten Mann wird gefahndet. Jambon zufolge hatte er ebenfalls einen Sprengsatz dabei. Dieser detoniert aber nicht. Bei Hausdurchsuchungen in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek finden Fahnder eine IS-Flagge, einen Sprengsatz mit Nägeln und chemische Substanzen. Einem Medienbericht zufolge hat ein Taxifahrer die Ermittler in die Gemeinde geführt. Der Mann habe die Verdächtigen in Schaerbeek von einer Wohnung abgeholt und zum Flughafen gefahren, berichtete VRT. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die Fahrgäste sich nicht mit dem Gepäck helfen lassen wollten.

WIE GROSS IST DIE GEFAHR FÜR DEUTSCHLAND?

Die Sorge vor einem Anschlag auf deutschem Boden ist anhaltend hoch - aber das ist schon seit Monaten so. Die Kontrollen an den Grenzen zu den Benelux-Staaten und Frankreich werden nochmals verschärft. Auch an den großen Flughäfen und Bahnhöfen werden die Sicherheitsmaßnahmen wieder in die Höhe gefahren. Nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière gibt es aber keine Hinweise auf einen «Deutschland-Bezug». Trotzdem setzt Kanzlerin Angela Merkel das Thema Terror für Mittwoch auf die Tagesordnung des Kabinetts.

SIND DEUTSCHE UNTER DEN OPFERN?

Nach den jüngsten Anschlägen ist die Sorge groß, dass auch Bundesbürger betroffen sind - gerade in einer Stadt wieBrüssel, wo auch viele Deutsche leben. Tatsächlich: Eine Deutsche wird leicht verletzt. Aber auf deutsche Todesopfer gibt es zunächst keine Hinweise.

WARUM IMMER WIEDER BRÜSSEL?

Belgien gilt als eines der am stärksten durch Terrorismus gefährdeten Länder in Europa. Hintergrund ist die im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße hohe Zahl von Menschen, die als Dschihadisten in das Bürgerkriegsland Syrien gezogen sind. Nach Schätzungen von Sicherheitsbehörden stammen rund 500 Kämpfer in dem Krisengebiet aus Belgien (Stand: Ende Oktober). Vor allem der Stadtteil Molenbeek hat einen schlechten Ruf. Von dort kamen außer Abdelslam auch andere Islamisten, die an Terroranschlägen beteiligt waren. In Belgiens Hauptstadt lebt man deshalb seit einer Weile mit besonderer Vorsicht. Bereits eine Woche nach den Anschlägen in Paris hatte es konkrete Gefahrenhinweise gegeben. Das öffentliche Leben kam damals für fünf Tage praktisch zum Erliegen, ohne dass etwas geschah.

Fotos: dpa

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