Anschlag auf Marwa-Moschee in Dresden

Auf beide Seiten der Moschee sprühten Unbekannte "Mohamed ist eine Schwuchtel".
Auf beide Seiten der Moschee sprühten Unbekannte "Mohamed ist eine Schwuchtel".

Von Stefan Ulmen

Dresden - Anschlag auf eine Moschee in der Marschnerstraße 2 nahe des Straßburger Platzes (Johannstadt)! Unbekannte sprühten beleidigende Äußerungen über Mohammed an die Fassade.

Besonders schlimm: Es ist auch noch die Moschee des Vereins "Marwa Elsherbiny" (†31), die am 1. Juli 2009 von einem Angeklagten aus islam-und ausländerfeindlichen Motiven im Landgericht Dresden erstochen worden war.

In der Nacht zu Donnerstag schrieb nun jemand "Mohamed ist eine Schwuchtel" an die Hauswand.

Mitglieder der muslimischen Gemeinde sind entsetzt. "Dieses Haus wird von uns regelmäßig, aber vor allem freitags zum Gebet genutzt. Diese Schmiererei ist eine Schande", so ein Gemeindemitglied zu MOPO24.

Laut offizieller Polizeimeldung geschah die Tat zwischen Mittwoch 21 Uhr und Donnerstag 7.40 Uhr: "Die Schmiererei war mit schwarzer Farbe über zwei Wände in einem Ausmaß von etwa 4 Meter mal 1,50 Meter angebracht."

Polizeibeamte hätten die Schmiererei Donnerstagmorgen im Zuge einer regelmäßigen Streife festgestellt.

Eric Hattke, Sprecher "Dresden für alle".
Eric Hattke, Sprecher "Dresden für alle".

Der stellvertretende Fraktionschef der SPD im Landtag, Henning Homann (35), sagte am Abend zu MOPO24:

„Diese Tat ist ein weiteres Indiz für die gefährliche Stimmung, die in Dresden auch durch fremdenfeindliche, islamkritische Aufmärsche - unter welchem Namen auch immer - geschürt wird. Das Schicksal von Marwa Elsherbiny muss uns eine Mahnung sein. Es zeigt, dass aus Hass Gewalt entsteht. Deshalb darf es hier keine Toleranz geben. Wir verurteilen diese Tat scharf.“

Eric Hattke (23), Sprecher von "Dresden für alle", erklärte gegenüber MOPO24:

„Es ist nicht hinnehmbar, dass die Marwa-Moschee in Dresden derartigen Verunglimpfungen ausgesetzt ist. Ich hoffe auf eine schnelle Ergreifung der Täter. Solche Schmierereien zeigen wie sensibel und angespannt die derzeitige Lage, gerade für muslimische Gemeinden, in Dresden ist. Die Marwa-Moschee hat meine Solidarität und mein Mitgefühl. Ich hoffe, dass neben solchen beschämenden Taten auch die Menschen gesehen werden, die sich aktiv für ein tolerantes und weltoffenes Dresden einsetzen.“

Die Kripo sucht nun Zeugen. Bitte melden unter Telefon 0351/483 22 33.

Die Moschee ist nach Marwa Elsherbiny, die am 1. Juli 2009 am Dresdner Landgericht von einem Ausländerhasser erstochen wurde, benannt.
Die Moschee ist nach Marwa Elsherbiny, die am 1. Juli 2009 am Dresdner Landgericht von einem Ausländerhasser erstochen wurde, benannt.

Fotos: Steffen Füssel, dpa, Privat


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0