Schweineblut-Anschlag auf arabisches Kulturzentrum

Mitarbeiter des Wachschutzes stellten ein Einschussloch an einer Eingangstür fest.
Mitarbeiter des Wachschutzes stellten ein Einschussloch an einer Eingangstür fest.

Döbeln/Borna – Erneut gab es zwei Anschläge in Sachsen. In Döbeln haben Unbekannte eine geplante Unterkunft mit einer Waffe beschossen. Und in Borna flogen mit Schweineblut gefüllte Beutel auf das deutsch-arabische Kultur- und Bildungszentrum.

Der erste Fall:

Zwischen Donnerstag 18 Uhr und Freitag 11 Uhr haben Unbekannte in Mochau bei Döbeln, in der Döbelner Straße, eine geplante Asylbewerberunterkunft beschossen, wie die Polizei mitteilt. Mitarbeiter des Wachschutzes stellten dort ein Einschussloch an einer Eingangstür fest.

Bei dem Anschlag wurde die äußere Scheibe beschädigt. Das Projektil hat die Scheibe nicht ganz durchschlagen. Die Höhe des Sachschadens wird auf mehrere Hundert Euro geschätzt. Jetzt sucht die Polizei Zeugen, die etwas gesehen oder gehört haben.

Wer Hinweise hat, bitte die Polizeidirektion Chemnitz unter Telefon 0371 / 387 49 58 08 anrufen.

Symbolbild.
Symbolbild.

Der zweite Fall:

Der zweite Anschlag betraf das deutsch-arabische Kultur- und Bildungszentrum in Borna. Nach Polizeiangaben schlugen erneut Unbekannte in der Nacht zum Freitag die Scheiben des Vereinszentrums an der Königsstraße ein. Zusätzlich warfen sie mit Schweineblut gefüllte Beutel in den Gebetsraum.

Verletzt wurde niemand, die Höhe des Sachschadens sei noch unklar. Die Polizei sicherte die entstandenen Spuren. Wie der MDR berichtet, reagierten die Mitglieder der muslimischen Gemeinde geschockt auf den Anschlag.

Die Tat sei nicht nachvollziehbar, teilte auch der Sprecher der Stadt, Hans-Robert Scheibe, mit. Einen solchen Vorfall habe es in Borna bisher noch nicht gegeben. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Laut dem Sprecher und Vorstandsmitglied Mehman Rzaev herrsche in den Räumen Chaos. Die schlimmsten Spuren werden beseitigt, damit das Freitagsgebet stattfinden kann. 80 bis 100 Menschen nehmen an diesem regelmäßig teil. Rzaev will Strafanzeige gegen unbekannt stellen.

Fotos: imago, Bernd März


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