Rechtsradikale planten Anschlag auf die Frauenkirche

Seit April stehen die Angeklagten der OSS in München vor Gericht (Archivbild).
Seit April stehen die Angeklagten der OSS in München vor Gericht (Archivbild).  © DPA

München/Dresden - Seit April 2016 stehen die Mitglieder der rechtsradikalen Terror-Vereinigung "Oldschool Society" (OSS) in München vor Gericht. Sie sollen auch einen Anschlag auf die Frauenkirche geplant haben.

Demnach hätten es die Neonazis auf Moscheen und Asylheime abgesehen. Sie sollen aber auch über Anschläge auf Schulen, Kindergärten und Kirchen gesprochen haben. Das geht aus Abhörprotokollen hervor, die dem ZDF-Magazin Frontal 21 vorliegen. 

"Nimmst du zehn Liter Verdünnung, kippst die Scheiße aus, schmeißt ein Streichholz drauf, bumm. Was meinste, wie schnell eine Kirche abfackelt", sagte ein Angeklagter in einem mitgeschnittenen Telefonat. 

Als konkrete Ziele waren die Dresdner Frauenkirche und der Kölner Dom im Gespräch. Zu beiden Kirchen heißt es in einem Chat: "Da spricht dann ganz Deutschland drüber."

Ein anderes Mitglied schlug auch Anschläge auf Schulen und Kindergärten vor: "Jagen wir eine Förderschule hoch. Auf die Kloppis kann ich auch gut verzichten." 

Die Taten sollten dann Linksradikalen oder Moslems in die Schuhe geschoben werden. Vor Gericht beteuerte aber einer der Angeklagten, dass die ganzen Pläne viele Worte um Nichts gewesen seien. 

Das sieht die Anklage anders, immerhin sei die Gruppe kurz vor einem Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Borna festgenommen.

Ein Anschlag auf die Frauenkirche soll geplant gewesen sein. 
Ein Anschlag auf die Frauenkirche soll geplant gewesen sein.   © Eric Münch