Antarktis: Temperatur knackt erstmals die 20-Grad-Marke

Antarktis - Der vergangene Januar war der wärmste in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen (TAG24 berichtete). Doch nicht nur in unseren Breiten steigt die Temperatur stetig an, sondern auch am Südpol. In der Antarktis wurde jetzt erstmal eine beeindruckende Marke geknackt.

Erstmals wurden über 20 Grad in der eigentlich eisigen Antarktis gemessen.
Erstmals wurden über 20 Grad in der eigentlich eisigen Antarktis gemessen.  © Liu Shiping/XinHua/dpa

Wenn es so weiter geht, werden die Pinguine ihren Platz am Strand wohl bald mit einem Strandtuch kennzeichnen.

Erstmals wurde in einem Teil der Antarktis die Marke von 20 Grad Celcius überschritten. Brasilianische Forscher stellten auf Seymour Island exakt 20,75 Grad fest, so die BBC.

Forscher Carlos Schaefer sagte später, er habe "noch nie so hohe Temperaturen in der Antarktis gesehen."

Gleichzeitig warnte er aber, dass es sich dabei nur um einen Messwert und keinen Langzeitdatensatz handle.

"Wir können dies nicht nutzen, um Klimaveränderungen in der Zukunft zu antizipieren. Es ist ein Datenpunkt. Es ist einfach ein Signal, dass in diesem Bereich etwas anderes passiert."

Allerdings bestätigt die neueste Messung eine gewisse Tendenz. Bereits vorherige Woche wurden in derselben Region 18,3 Grad gemessen.

Der bisherige Rekordwert stammte aus dem Jahr 1982 und betrug 19,8 Grad. In der Arktis wurde letztes Jahr mit 21 Grad der höchste Wert aller Zeiten an der Nordspitze von Ellesmere-Island bestimmt.

Antarktis hat sich in den letzten 50 Jahren um fast 3 Grad erwärmt

Pinguine sind die berühmtesten Bewohner der Antarktis.
Pinguine sind die berühmtesten Bewohner der Antarktis.  © ---/kyodo/dpa

Nach Aussage der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) der Vereinten Nationen sind die Temperaturen in der Antarktis in den letzten 50 Jahren um fast 3 Grad gestiegen.

Obwohl diese Zahl für einige im ersten Moment gar nicht so schlimm klingen mag, sind doch drastische Auswirkungen spürbar.

So haben sich etwa 87 Prozent aller Gletscher an der Westküste seitdem "zurückgezogen", sprich sie sind kleiner geworden. Vor allem in den 12 Jahren ist ein beschleunigter Rückzug zu erkennen.

Doch nicht nur in der Antarktis wird unter den Auswirkungen der Erwärmung leiden müssen.

Wissenschaftler befürchten, dass allein durch das Abschmelzen am Südpol der Meeresspiegel im nächsten Jahrhundert um mindestens drei Meter ansteigen wird.

Setzt sich der Klimawandel so fort, wird die Vision von Pinguinen auf dem Strandtuch zumindest nicht abwegiger.

Titelfoto: Liu Shiping/XinHua/dpa

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