"Bisschen Druck ist auch gut!" Denise Herrmann reist als deutsche Nummer 1 zur WM

Antholz - Am Donnerstag beginnt die WM im italienischen Antholz. 2007 ging bei den Titelkämpfen der Stern von Magdalena Neuner in Südtirol auf. Wer drückt 13 Jahre später den Wettbewerben seinen Stempel auf? Etwa die Bockauerin Denise Herrmann? Im Verfolger ist sie die Titelverteidigerin. Im Interview verrät die 31-Jährige, wie fit sie in die Rennen geht und was ihre Ziele sind.

Der Schlüssel zum Erfolg ist für Denise Herrmann (2.v.l.) das Schießen. Aber in diesem Winter haben alle WM-Medaillen-Kandidaten Schwächen gezeigt.
Der Schlüssel zum Erfolg ist für Denise Herrmann (2.v.l.) das Schießen. Aber in diesem Winter haben alle WM-Medaillen-Kandidaten Schwächen gezeigt.  © imago images/Eibner

Wie haben Sie die Pause verbracht?

Herrmann: "Nach Pokljuka bin ich spontan auf die Seiser Alm für die Höhenanpassung gefahren. In Ruhpolding waren die winterlichen Bedingungen nicht ganz optimal. In der WM-Vorbereitung geht's um den Feinschliff, dafür braucht man auch optimale Bedingungen. Und dann ging es schon nach Ridnaun für ein paar Kerneinheiten."

Haben Sie auch den Kopf frei bekommen?

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Herrmann: "Es gibt auch mal einen Tag, an dem ich mich gar nicht wirklich bewege - nur Bett, Couch und ein bisschen essen. Dass ich da ins Kino renne oder mich in Menschenmassen reinstürze, das sollte man aber schon ein bisschen vermeiden."

Bundestrainer Mark Kirchner hatte Sie vor der Saison als neue 'Frontfrau' bezeichnet. Beflügelt oder belastet das eher?

Herrmann: "Im Leistungssport wird immer auf die geguckt, die vorne mitlaufen. Ich weiß: Wenn ich am Schießstand meine Sache gut mache, kann ich das. Aber ich bin mir auch sicher, dass das auch andere können. Ich schaffe es in vielen Wettkämpfen, aber nicht in allen. Es ist natürlich schon mein Anspruch, vorne mitzulaufen. Ein bisschen Druck ist ja auch gut."

"Die Strecke liegt mir ziemlich gut"

Denise Herrmann hatte sich bei der WM 2019 in Östersund den Traum vom Titel im Verfolger erfüllt. Wofür reicht es diesmal?
Denise Herrmann hatte sich bei der WM 2019 in Östersund den Traum vom Titel im Verfolger erfüllt. Wofür reicht es diesmal?  © dpa/Sven Hoppe

Egal, wo man sich im Lager der Biathleten umhört, alle schwärmen von den Bedingungen in Antholz. Wie ist Ihre Beziehung zu dem Ort?

Herrmann: "Südtirol ist ein sehr schönes Fleckchen Erde. Die Strecke liegt mir ziemlich gut, vom Profil her kommt sie mir entgegen. Der Schießstand ist nicht einfach, da muss man immer auf der Hut sein. Aber das ist vielleicht auch gut, weil die Sinne da immer geschärft sein müssen."

Vor allem die Höhe von rund 1600 Metern über dem Meer ist tückisch ...

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Herrmann: "Das ist auf jeden Fall ein Aspekt. Wir haben in den letzten Jahren schon ein bisschen mehr in der Höhe trainiert. Ich habe selbst viel Erfahrung aus meinen Langlaufjahren und versuche zwischendurch immer, ein bisschen Höhenluft zu schnuppern. Ich weiß, dass mein Körper nicht so gut funktioniert, wenn ich in die Höhe gehe. Ich muss da schon angepasst sein."

In Östersund räumten Sie im Vorjahr drei Medaillen ab, darunter der Titel in der Verfolgung. Wann würden Sie die WM in Antholz als Erfolg verbuchen?

Herrmann: "Für mich ist entscheidend, dass ich alles aus meinem Körper rausholen kann und am Schießstand fokussiert meine Arbeit mache. Aber klar, ich will schon um Medaillen mitkämpfen. Gerade in den Teamwettkämpfen weiß ich, dass wir eine starke Mannschaft haben."

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