Anti-Terror-Razzia: Polizei stürmt mehrere Wohnungen

Hamburg - Anti-Terror-Einsatz: Die Polizei hat am frühen Mittwochmorgen mehrere Wohnungen in Norddeutschland durchsucht.

Ein Polizeiauto steht vor einem Haus in Hamburg, in dem eine Wohnung durchsucht wird.
Ein Polizeiauto steht vor einem Haus in Hamburg, in dem eine Wohnung durchsucht wird.  © dpa/Christian Charisius

Nach Informationen der Bild-Zeitung sollen zehn Objekte in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern von Spezialeinheiten gestürmt worden sein.

Wie Bild und Hamburger Abendblatt berichten, steht die Razzia im Zusammenhang mit möglicher Terrorismus-Unterstützung in Syrien.

Die Verdächtigen sollen Geld an Terror-Organisationen in dem Bürgerkriegsland geschickt haben.

Vonseiten der Polizei und Staatsanwaltschaft gibt es noch keine Angaben zu den Hintergründen der Durchsuchungen.

So ist derzeit unklar, wie viele Verdächtige es gibt und ob es Festnahmen gab.

Update, 8.16 Uhr

Federführend bei den Ermittlungen ist die Staatsanwaltschaft Flensburg.

Die will sich derzeit nicht zu den Berichten äußern, kündigte aber im Laufe des Vormittages eine Erklärung an.

Update, 9.21 Uhr

Ein Sprecher der Hamburger Polizei bestätigte mittlerweile, dass die Beamten auch in der Hansestadt gegen Tatverdächtige im Einsatz waren.

Der NDR berichtete, es habe auch einen Polizeieinsatz in Stockelsdorf bei Lübeck gegeben.

Update, 10.19 Uhr

Polizisten führen einen Mann ab.
Polizisten führen einen Mann ab.  © dpa/Christian Charisius

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwoch 16 Objekte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg durchsucht.

Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Flensburg gegen elf Beschuldigte. Ihnen wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen, wie die Anklagebehörde am Mittwoch mitteilte. In welchen Orten genau die Razzien stattfanden, wollte die Staatsanwaltschaft auch auf Nachfrage nicht mitteilen.

Den beschuldigten zehn Männern und einer Frau wird vorgeworfen, sich zwischen Dezember 2018 und Juli 2019 gewerbsmäßig und organisiert zu illegalen Geldgeschäften verabredet zu haben. Die Beteiligten stammen überwiegend aus Syrien.

Sie sollen Geld ins Ausland verschoben und dafür Provisionen kassiert haben. Es soll sich um Summen im sechsstelligen Bereich gehandelt haben, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt.

"Wir prüfen auch, ob ein Verdacht auf Terrorfinanzierung vorliegt", sagte Stahlmann-Liebelt. Die Herkunft des Geldes ist den Angaben zufolge derzeit nicht bekannt. Das Geld sei mutmaßlich in mehrere Länder geflossen.

Zwei der Beschuldigten - zwei Männer aus Syrien im Alter von 34 und 37 Jahren - wurden bei den Razzien festgenommen. Gegen sie lag ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Sie sollten dem Haftrichter vorgeführt werden.

Bei den Durchsuchungen wurden nach Angaben der Leitenden Oberstaatsanwältin größere Bargeldbeträge gefunden. Was die Ermittler noch alles sicherstellen, konnte sie zunächst nicht sagen. Zu den genauen Orten der Durchsuchungen äußerte sich Stahlmann-Liebelt nicht.

In Hamburg wurde ein Haus im Stadtteil Eimsbüttel durchsucht. Dabei sei ein Mann von Polizisten abgeführt worden. Nach NDR-Informationen soll es in Schleswig-Holstein auch in Stockelsdorf und im Flensburger Raum Durchsuchungen gegeben haben.

Die Flensburger Behörde hat die Federführung bei den Ermittlungen, weil sie die Staatsschutzanwaltschaft in Schleswig-Holstein ist. Sie ist damit für Straftaten zuständig, die einen politischen Hintergrund haben können.

Titelfoto: dpa/Christian Charisius

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