Union-Fan schreibt "ab in die Kammer mit dir": Nun sucht ihn die Polizei

Berlin - Eigentlich hätte es so ein schöner Tag für die Unioner aus Berlin sein können. Hätte sich nicht ein Fan mit hässlichen antisemitischen Beleidigungen gegen einen Spieler von Ingolstadt in den Vordergrund gedrängelt.

Der israelische Fußballspieler Almog Cohen (zweiter v.l.) erhielt im Spiel gegen Union Berlin eine rote Karte. Danach wurde er von einem Fan antisemitisch beleidigt.
Der israelische Fußballspieler Almog Cohen (zweiter v.l.) erhielt im Spiel gegen Union Berlin eine rote Karte. Danach wurde er von einem Fan antisemitisch beleidigt.

"VERPISS DICH AUS UNSEREM STADION AN DER ALTEN FÖRSTEREI DU SCHEISS JUDENVIEH !!!!!!!: So beginnt das Hass-Posting des Twitter-Users Hatred (bzw. @evermore83).

Hintergrund des verbalen Ausrasters?

Anscheinend regte sich "Hatred" über den Ingolstädter Spieler Almog Cohen auf. Der erhielt während des Spiels am Freitag die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit – und beschwerte sich nach Meinung des Twitter-Users anscheinend ein bisschen zu lange darüber:

"HAST ROT BEKOMMEN UND NUN NERV NICHT NOCH RUM SONDERN V E R P I S S E DICH FÜR IMMER SCHEISS JUDENVIEH; AB IN DIE KAMMER MIT DIR"

Der Mittelfeldspieler Almog Cohen kommt aus Israel und spielt seit 2013 für die "Schanzer" aus Ingolstadt.

"So jemand hat in eurem Verein oder in unserer Gesellschaft nichts verloren."

Schnell fiel dem Social-Media Team der "Schanzer" das gehässige Posting auf – und die Ingolstädter ließen eine Antwort nicht lange auf sich warten. Schnell richteten sie einige Sätze an Union Berlin: "(...) So jemand hat in eurem Verein oder in unserer Gesellschaft nichts verloren. Wir arbeiten an Konsequenzen und hoffen auf eure Unterstützung."

Auch Union Berlin sah in dem Posting augenscheinlich kein Kavaliersdelikt: "Keine Sorge, @Schanzer, wir sind absolut eurer Meinung und haben hier umgehend die Polizei eingeschaltet."

Doch nicht nur die beiden Vereine der 2. Fußballbundesliga meldeten das gehässige Statement: So viele Nutzer zeigten sich erbost, dass auch die Polizei Berlin sich inzwischen via Twitter zu dem Vorfall äußerte: "Tweet bereits gestern an unseren Staatsschutz weitergeleitet."

Inzwischen haben sich sowohl Union Berlin, als auch der DFB selbst, von Rassismus und Antisemitismus distanziert.

Das Spiel gewann Union im Übrigen mit 2:0. Die Eisernen sicherten sich dadurch zwischenzeitlich den 2. Platz in der Tabelle. Ingolstadt musste nur zehn Minuten später, nach einer Gelb-Roten Karte auch noch auf Robin Krauße verzichten.

Ingolstadt befindet sich so auf den vorletzten Platz der Tabelle, während die Unioner weiterhin einen realen Traum vom Aufstieg träumen kann.

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