Anwohner wollen die 30er-Zone zurück

Durch die Bornaer Straße rollen täglich auch hunderte Lastwagen, deren Fahrer offenbar die Maut auf der nahen A 4 umgehen wollen.
Durch die Bornaer Straße rollen täglich auch hunderte Lastwagen, deren Fahrer offenbar die Maut auf der nahen A 4 umgehen wollen.

Chemnitz - Wie schlimm rauscht der Verkehr durch die Bornaer Straße? Seit die ehemalige Tempo-30-Zone hinter dem Ortseingang Chemnitz-Borna im September 2014 vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) kassiert wurde, hagelt es massive Proteste. Empörte Anwohner gründeten eine Bürgerinitiative.

Die Begründung des Lasuv für die Wiedereinführung von 50 km/h: Das von der Stadt beauftragte Ingenieursbüro habe 2011 keine ordnungsgemäßen Lärmschutzmessungen durchgeführt.

Gegen 13.30 Uhr, zwischen Bäckerei und Sparkasse, auf dem Abschnitt der alten 30er-Zone: „Zwei Minuten habe ich gewartet, bis ich rüber konnte“, schätzt Seniorin Käte Reis (81). Auch sie ist für Tempo 30: „So kann man sicherer die Straße überqueren.“

Eng und unübersichtlich ist die Bornaer Straße auch an dieser Stelle - trotzdem ist Tempo 50 erlaubt.
Eng und unübersichtlich ist die Bornaer Straße auch an dieser Stelle - trotzdem ist Tempo 50 erlaubt.

„Das Wohngebiet ist überaltert, das Unfallrisiko für Rentner einfach höher“, sagt Gerd Stöhr (74).

Er gehört zur zwölf Mann starken Bürgerinitative (BI), welche die 30er-Zone - ebenso wie die Stadtverwaltung - zurück will. Doch selbst bei nur 30 km/h ist der Verkehr schwer zu ertragen.

„Es war kaum möglich, im Sommer mit offenem Fenster zu schlafen“, beschwert sich ein Anwohner. „Unser 2004 gebautes Haus hat im Inneren - wohl verursacht durch den Verkehr - schon Risse“, erzählt eine Frau (48).

Auch Jüngeren drohen Gefahren: Kinder der Waldorf-Schule (Sandstraße) müssen 200 Meter entlang der Bornaer Straße laufen. Schulleiter Christian Wolf (40): „Ein Tempolimit während der Unterrichtszeit wäre schön.“

Gerd Stöhr und die anderen Mitglieder der Bürgerinitiative fordern Tempo 30 ab der Bahnbrücke.
Gerd Stöhr und die anderen Mitglieder der Bürgerinitiative fordern Tempo 30 ab der Bahnbrücke.

Thomas Heidenreich (40), Vater eines Sohnes (8), fordert „generell Tempo 30 auf der Bornaer“.

Der heftige Verkehr wird zum Teil durch das Industriegebiet in der Blankenburger Straße und die bundesweit tätige Firma „Becker Umweltdienste“ ausgelöst.

Gerd Stöhr (74): „Die Bornaer läuft parallel zur Autobahn A 4. Eine neue Ausfallstraße müsste her - die Stadtplanung hat versagt.“ Ohren zu - und durch! Gerd Stöhr und die anderen Mitglieder der Bürgerinitiative fordern Tempo 30 ab der Bahnbrücke.

Foto: Klaus Jedlicka, Heinz Patzig, Uwe Meinhold


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