Anwohner wollen mit Glühwein gegen Google protestieren

Das ehemalige Umspannwerk Kreuzberg musste auch schon einen Farbanschlag über sich ergehen lassen.
Das ehemalige Umspannwerk Kreuzberg musste auch schon einen Farbanschlag über sich ergehen lassen.

Berlin - Es soll Googles nächste, hippe Ideenschmiede werden. Im ehemaligen Umspannwerk Kreuzberg in Berlin will der US-Konzern viele junge Start-ups unter einem Dach vereinen und helfend zur Seite stehen. Doch nicht jeder heißt das Unternehmen in der Nachbarschaft herzlich Willkommen. Im Internet und auf der Straße wird zum Protest aufgerufen, wie der RBB berichtet.

Der Protestbewegung kann man gleich auf zwei Arten beitreten, entweder über die Website "Fuck off", bei der fleißig Ideen gesammelt werden, um Google zu vertreiben, oder auf der Straße mit Glühwein am kommenden Montag.

Auf Facebook formieren sich die Gegner: "Google ist kein unschuldiger Akteur, der nur durch Zufall nach Kreuzberg zieht. Das Unternehmen hat sich das Umspannwerk ganz gezielt ausgesucht, weil der Kiez als Ressource für die Tech-Industrie entdeckt wurde: nach der Ausbeutung und Umgestaltung des liberalen San Franciscos ist nun das liberale Kreuzberg dran."

Nirgendwo sonst erregt der Google-Campus so viel Ärger wie in Berlin. Der Suchmaschinen-Riese hat bereits vergleichbare Objekte in London, Madrid, Seoul oder Tel Aviv - doch der Widerstand in der deutschen Hauptstadt ist besonders groß. Gegner befürchten eine rasche Gentrifizierung ihres Kiezes durch die Ansiedlung von Google.

Eigentlich sollen ab 2018 Start-ups und Entwickler in die Räumlichkeiten einziehen und von Google in unterschiedlichen Bereichen, wie Produktmanagement oder -design, unterstützt werden. Doch ob Google sich dem Protest beugen wird, ist eher unwahrscheinlich.

Organisiert wird der Protest von bekannten Initiativen im Bezirk, etwa "Bizim Kiez - Unser Kiez", "Gloreiche Nachbarschaft" oder "Lause bleibt".


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