Hunderte Anzeigen: Wie brutal ist Sachsens Polizei wirklich?





Die Polizei ist ständig im Einsatz, aber gegen die Ordnungshüter hagelt es 
auch zahlreiche Anzeigen.
Die Polizei ist ständig im Einsatz, aber gegen die Ordnungshüter hagelt es auch zahlreiche Anzeigen.  © Holm Helis

Dresden - Immer mehr Polizisten werden wegen Körperverletzung im Amt angezeigt. Das teilte Justizminister Sebastian Gemkow (38, CDU) auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Landtag mit.

Demnach ist ein Anstieg der Strafanzeigen um satte 55 Prozent zu verzeichnen: Waren es im Jahr 2015 noch 272 Anzeigen gegen Ordnungshüter, setzte es im vergangenen Jahr 425. Vor Gericht aber landeten 2016 letztlich nur drei Fälle.

Und selbst die sind strittig: So wurde ein Kommissar (45) jüngst nach zähem Prozess in Bautzen zur Geldstrafe verdonnert. Er soll bei einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Kontrolle seinem Opfer (34) das Kinn ins Gesicht gerammt haben. Der Beamte ging in Berufung, Ergebnis offen.

Für Valentin Lippmann (26), Geschäftsführer der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen, sind die Zahlen dennoch alarmierend: „Ich fordere Innenminister Markus Ulbig dringend auf, die besorgniserregende Entwicklung nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern endlich Maßnahmen zu ergreifen, um die sächsische Polizei zu einer bürgernahen, rechtsstaatlich handelnden Institution zu entwickeln.“


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