AOK PLUS macht dieses Jahr 200 Mio. Miese, aber...

AOK PLUS-Vorstand Vorstand Rainer Striebel (52).
AOK PLUS-Vorstand Vorstand Rainer Striebel (52).

Von Stefan Ulmen

Dresden - Die AOK PLUS galt bislang als erfolgreiche Krankenkasse. Nun kündigte ihr Chef völlig überraschend an, dass sie im Jahr 2015 rund 200 Millionen Euro Miese machen wird!

Was ist denn da passiert? Etwas Schlimmes?

NEIN. Vielmehr ist dieser Verlust sogar geplant. Er ist der Preis, denn das Unternehmen zahlen muss, um wie angekündigt seine Beiträge zu senken: von 15,5 % auf 14,9 % - und das schon seit 1. Januar 2015.

"Die Beitragssenkung bedeutet rund 250 Mio. Euro Entlastung für unsere mehr als 2,7 Mio. Versicherten in Sachsen und Thüringen in diesem Jahr", sagt Vorstand Rainer Striebel (52). Umgerechnet seien das rund 108 Euro/Jahr pro Mitglied.

Die "Miesen", die dadurch gemacht werden, hat die AOK allerdings schon 2014 zusätzlich verdient. 2014 sei "gut gelaufen", so Striebel: "Die AOK Plus erwirtschaftete einen Überschuss von 200 Mio. Euro. Dieser wird nun vollständig an die Versicherten zurückgegeben."

Für die Jahre danach stehen laut Finanzvorstand Stefan Knupfer (52) rund 1,1 Mrd. Euro Überschüsse aus den Jahren 2011 bis 2013 als Reserve zur Verfügung: "Eine äußerst solide Finanzplanung."

Eines der wichtigsten Ziele der Krankenkasse für die Zukunft ist der Ausbau des Online-Services.

Und von den aktuell 142 Filialen soll keine geschlossen werden. Im Gegenteil: Sie werden derzeit schrittweise modernisiert, bekommen hellere Farben und einen attraktiveren Wartebereich. Zudem sind Verlegungen in "menschenintensivere Bereiche" in Städten geplant.

Bei der Zahl ihrer Versicherten erwartet die AOK im laufenden Jahr einen Zuwachs um 48.000. Aktuell gibt es laut Finanzchef Knupfer 15.000 Wechselwillige: "Ein enormer Zuspruch."

Bis Anfang 2016 könnten die Zahl der AOK-Mitglieder von jetzt 2,7 auf 2,8 Mio. gewachsen sein. Krise klingt anders.

Die AOK PLUS in Zahlen

  • 2,723 Millionen Versicherte in Sachsen und Thüringen (+ 1% ggüber 2014)
  • Marktanteil in Sachsen 51,7%, in Sachsen und Thüringen 47,9%
  • 6500 Mitarbeiter in 142 Filialen (dazu mehr als 300 Azubis)
  • 9,5 Milliarden Euro Gesamthaushalt in 2015
  • 1200 Euro Ausgaben pro Versichertem/Jahr für Krankenhaus
  • 604 Euro Ausgaben pro Versichertem/Jahr für Arzneimittel
  • 523 Euro Ausgaben pro Versichertem/Jahr für Ärzte
  • 4,51% Verwaltungskostenanteil in 2015 (431 Mio. Euro)

Foto: Ben Sommer, Steffen Füssel, PR AOK


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