G20-Prozess: Angeklagte werden mit tosendem Jubel und Applaus gefeiert

Hamburg - Fast anderthalb Jahre nach dem G20-Gipfel in Hamburg hat am Dienstag der erste Prozess um die Brandstiftungen und Zerstörungen an der Elbchaussee begonnen.
Fünf Angeklagte müssen sich wegen der Krawalle an der Elbchaussee beim G20-Gipfel in Hamburg vor Gericht verantworten.
Fünf Angeklagte müssen sich wegen der Krawalle an der Elbchaussee beim G20-Gipfel in Hamburg vor Gericht verantworten.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Angeklagt sind vier junge Männer aus Hessen (18, 18, 22, 24) und ein Franzose (23). Ihnen wird Landfriedensbruch in einem besonders schweren Fall vorgeworfen (TAG24 berichtete).

Weitere Anklagepunkte sind Mittäterschaft bei Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz.

Laut Anklage waren am Morgen des 7. Juli 2017 rund 220 schwarz vermummte Personen über die abseits von den Konferenzorten gelegene Elbchaussee gezogen und hatten durch das Anzünden von Autos, Einschlagen von Scheiben und andere Zerstörungen einen Schaden von mindestens einer Million Euro angerichtet.

Acht Menschen erlitten Schocks oder wurden verletzt. Ein Busfahrer wurde so schwer psychisch beeinträchtigt, dass er sich laut Anklage über mehrere Monate stationär behandeln lassen musste.

Die Verteidiger argumentierten in sogenannten Opening Statements, die Polizei hätte einschreiten müssen, um ihren Mandanten und anderen friedlichen Teilnehmern des Aufzugs das Demonstrationsrecht zu sichern.

"Der wesentliche Punkt ist: Das Ganze war eine Demonstration", sagte die Rechtsanwältin Gabriele Heinecke. Die Nicht-Anwendung des Demonstrationsrechts mache die gesamte Anklage verfassungswidrig.

Die rund 80 Zuschauer im Saal begrüßten und verabschiedeten die Angeklagten mit tosendem Applaus und Jubel.

Vor dem Landgericht Hamburg zeigten sich Teilnehmer einer Kundgebung solidarisch mit den Angeklagten.
Vor dem Landgericht Hamburg zeigten sich Teilnehmer einer Kundgebung solidarisch mit den Angeklagten.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt

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