Umweltschutz und Klimaschutz: Die besten Apps fürs Smartphone

Von Gina Gadis

Bing! Breaking News: Deutschland knackt die 40-Grad-Marke! Auf meiner Instagram-Startseite wird mir ein Foto von einem Wal gezeigt, mit einem Bauch voller Plastik. Und zu guter Letzt schlägt mir YouTube ein Video über die Skandale der großen Lebensmittelkonzerne vor.

Es gibt zahlreiche Apps für den Umweltschutz und Klimaschutz.
Es gibt zahlreiche Apps für den Umweltschutz und Klimaschutz.  © Gina Gadis

Wenn ich so auf mein Handy schaue, bekomme ich manchmal das Gefühl, die Welt wäre kurz vorm Untergang und ich bin völlig machtlos. Doch unsere Handys können mehr als nur entertainen und schockieren. So gibt es jede Menge Apps, die uns dabei helfen, besser und nachhaltiger zu handeln.

Mit dem Smartphone gegen Klimawandel, Plastikverschmutzung und Überkonsum, das sind meine Top-Apps:

Fangen wir mal mit meinem Favoriten an, der ReplacePlastic App. Immer wieder gibt es Produkte, die man verwendet oder gerne kaufen möchte, deren Verpackungen aber aus Plastik sind.

Mit Hilfe der App, kann man in Sekundenschnelle den Barcode des Produktes scannen und der Verein "Küste gegen Plastik" leitet den Wunsch nach einer plastikfreien Verpackung an den Hersteller weiter. Eine ziemlich coole Initiative und eine gute Alternative gegen das Gefühl, man könnte alleine nichts ausrichten.

Weiter geht es mit Treeday. Diese App nutze ich mittlerweile sehr regelmäßig, um Restaurants, Lebensmittelläden, Geschäfte jeglicher Art, Unterkünfte, etc. zu finden, die sich Nachhaltigkeit auf die Kappe geschrieben haben. Hier kann man nicht nur sehen, welche grünen Unternehmen in der Nähe liegen und wie nachhaltig diese sind, sondern auch Gutscheinpunkte für diese sammeln. Für seine eigenen CO2-Einsparungen, die in der App berechnet werden, bekommt man sogenannte "TreedCoins", die man dann bei Treeday-Unternehmen gegen Rabatte eintauschen kann.

Lebensmittel günstig vor Ladenschluss kaufen

Die CodeCheck-App klärt über die Inhaltsstoffe von Produkten auf.
Die CodeCheck-App klärt über die Inhaltsstoffe von Produkten auf.  © Gina Gadis

Apropos Rabatte: Mit der App TooGoodToGo kann man Lebensmittel bzw. Mahlzeiten günstig vor Ladenschluss kaufen, um diese vor der Tonne zu retten.

Entweder bekommt man eine Wundertüte voller Leckereien oder man kann sich sogar mit der eigenen Brotdose am Buffet selber bedienen. Somit bekommst Du nicht nur leckeres Essen zu einem günstigen Preis, sondern Du sorgst auch dafür, dass die Betriebe in Deiner Umgebung weniger verschwenden und Ressourcen geschont werden.

Wer, wie die meisten Menschen, mit diesen unendlich langen Listen von Inhaltsstoffen auf den Rückseiten von Produkten nichts anfangen kann, der kann sich Hilfe bei der CodeCheck-App suchen.

Kurz den Barcode scannen und schon wird einem gesagt, ob das Produkt bedenkliche Inhaltsstoffe enthält – eine Art Hosentaschen-Ratgeber. Ob Kosmetik, Lebensmittel, Haushaltsbedarf oder Elektronikgeräte, CodeCheck zeigt mit einem Ampelsystem an, ob und wie bedenklich die Inhaltsstoffe sind, um welche es sich genau handelt (Mikroplastik, Palmöl, Parabene, etc.) und warum genau diese bedenklich sind.

Außerdem hat der User die Möglichkeit, die App auf seine Bedürfnisse anzupassen. Der Nutzer kann zum Beispiel angeben, ob besonders vor Gluten, Mikroplastik, Nanopartikeln, Allergenen oder vielem mehr gewarnt werden soll.

Die einzelnen Bio-Siegel endlich durchschauen

Mit einer App werden die vielen unterschiedlichen Bio-Siegel durchschaubar.
Mit einer App werden die vielen unterschiedlichen Bio-Siegel durchschaubar.  © Gina Gadis

Ähnliche Unklarheiten wie bei den Inhaltsstoffen gibt es für viele beim Thema "Siegel".

Auf welche Siegel muss ich achten? Was genau bedeuten sie und welchen kann ich vertrauen? All diese Fragen beantworten die Apps Nabu Siegel-Check oder Siegelklarheit.

Für mich sind sie besonders hilfreich, wenn es darum geht, im "Bio ist nicht gleich Bio"-Dschungel durchzusehen. Einfach mit der App das Siegel scannen und schon zeigt einem das Smartphone alle relevanten Informationen.

In meinem Artikel "Collaborative Consumption" habe ich bereits über den neuen Trend und die unendlichen Möglichkeiten des Teilens gesprochen. Und auch fürs Ressourcen-Schonen durch Tauschen, Teilen und Weitergeben gibt es jede Menge hilfreiche Apps.

Über nebenan.de findet man mit Sicherheit jemanden in der Nachbarschaft, der einem hilft die Lampe anzubringen oder mal eine Leiter zum Ausleihen hat. Bevor man etwas neu kauft, lohnt sich auf jeden Fall die Suche bei ebay Kleinanzeigen oder Shpock.

Hier habe ich zum Beispiel meine Zimmerpflanzen, eine Felldecke, LED Lichter und vieles mehr gefunden. Kleiderkreisel ist das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, den Kleiderschrank zu entleeren oder auch neue Teile zu finden (Achtung Suchtpotenzial!). Wer mal ein Auto braucht, kann sich über Drivy eines borgen oder einfach über Blablacar bei jemandem mitfahren.

Die Liste der Möglichkeiten und hilfreichen Apps ist lang. Über die letzten Monate und Jahre sind diese zu meinen Lieblingen geworden und ich bin mir sicher, dass sie das auch für den einen oder anderen von Euch sein können.

Selbst mit unserem Smartphone können wir etwas für die Umwelt tun oder zumindest dafür sorgen, dass unser Lebensstil ein bisschen bewusster und nachhaltiger wird – viel Spaß beim Ausprobieren!

Über die Autorin

Gina Gadis engagiert sich für Umweltschutz.
Gina Gadis engagiert sich für Umweltschutz.  © Gina Gadis

Gina (25) wurde in Dresden geboren und studierte in Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen. Zwischen ihrem Bachelor und dem Master ging sie auf Reisen.

Knapp zwei Jahre bereiste Gina die Welt, zehn Monate davon war sie in Asien unterwegs. Hier kam es zu der Initialzündung.

Denn vielerorts in Asien sind die Menschen nicht mehr Herr über die Vermüllung ihre Orte.

Gina sammelte schon auf ihrer Reise Müll ein, öffentlichkeitswirksam begeisterte sie auch immer mehr Menschen in ihrer Heimat für das Thema.

Als sie zurück nach Deutschland kam (aktuell Masterstudentin in Darmstadt), verfolgte sie weiter die Müll-Thematik. Sie schreibt unter anderem diese Kolumne für TAG24.

Titelfoto: Gina Gadis


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