Brutal und nah dran! Deutscher Student landet beim IS

Ein Student (Edin Hasanovic) konvertiert zum Islam und ist auf dem Weg nach Syrien.
Ein Student (Edin Hasanovic) konvertiert zum Islam und ist auf dem Weg nach Syrien.  © SWR/Züli Aladag

Berlin/Stuttgart - Brutaler Tobak im Ersten in der Themenwoche! Gemeinschaft, Ruhe und Orientierung - all das gibt der Islam dem jungen Deutschen, der zum IS geht... aber es kommt zu einem bitteren Ende.

Jan, lebt in einer WG in Stuttgart, studiert vor sich hin, besucht Partys, trinkt und hat mit seiner Freundin eine Beziehung ohne große Emotionen.

Aber: Sein Dasein langweilt Jan Welke (Edin Hasanovic), es fordert ihn nicht wirklich - nur das Schicksal seines WG-Kameraden Tariq al-Jabari (Erol Afsin), ein Arzt im Praktikum, berührt ihn. Dessen Familie hängt in Syrien fest, um sie herum tobt der Bürgerkrieg.

Mit Jans Orientierungslosigkeit ist es vorbei, als er den aus Bosnien stammenden Prediger Abadin Hasanovic (Tamer Yigit) kennenlernt.

Nur die Schwester Samia schafft es nach Deutschland und hofft jetzt auf einen Aufenthaltstitel. Jan setzt sich für sie ein und scheitert – die traumatisierte junge Frau soll zurück nach Bulgarien, wo sie bereits von den Behörden erfasst wurde...

Das Erste bringt nun Jans Irrweg Mittwochabend ab 20.15 Uhr mit dem Zweiteiler "Brüder".

Eine große innere Leere hat Jan erfasst, unbewusst sehnt er sich nach einer neuen Wahrheit, die ihm Sinn und Ziel geben kann.
Eine große innere Leere hat Jan erfasst, unbewusst sehnt er sich nach einer neuen Wahrheit, die ihm Sinn und Ziel geben kann.  © SWR/Züli Aladag

"Brüder" ist wirklich kein gewöhnlicher Mittwochsfilm - keine leichte Kost wie üblich mittwochs im Ersten!

Jans Geschichte, der in die Salafisten-Szene abdriftet, sich und andere zerstört, reißt den Zuschauer mit, weil es sich so oder so ähnlich zigmal in Deutschland in den vergangenen Jahren zugetragen haben mag.

Es gibt brutale Szenen aus dem Terror-Kalifat des IS, die so in deutschsprachiger Fiktion noch nicht gezeigt wurden. Der Verfassungsschutz ist involviert...

Als Jan den bosnischen Salafisten Abadin Hasanovic kennenlernt, ist er fasziniert von der Selbstverständlichkeit, mit der dieser die Fragen mit ihm bespricht, die Jan umtreiben. Anfangs will Jan vom Islam nichts wissen, aber bei Hasanovic und seinen Glaubensbrüdern findet er Gemeinschaft, Ruhe und Orientierung.

Die Männer sind stolz darauf, sich als die "al-Ghurabaa", die Fremden in der Welt zu sehen. Das Gefühl von Fremdheit, das auch Jan spürt, ist für Hasanovic und seine Brüder kein Makel, sondern eine Auszeichnung – ein Zeichen des Erwachens zur Wahrheit. Jan fängt an, sich intensiv mit den Predigten von Hasanovic zu beschäftigen und konvertiert. So weit der Beginn des Zweiteilers.

Aber: Wie weit darf die gezeigte Gewalt gehen? Die Kamera schwenkt weg, als Jan im IS-Camp einem Huhn den Kopf abschneiden muss, auch als ein kopfüber hängender IS-Gefangener in eine Tonne brodelndes Wasser gelassen wird. In den Augen der Zuschauer muss die Fantasie den Rest erledigen (zum Trailer geht's >> hier).


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