Er hatte halbe Million Euro dabei: Mann wird nach Junggesellen-Abschied überfahren

Köln - Am Sonntagabend ermitteln Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) in ihrem 73. "Tatort". Dieses Mal bekommt es das Kölner Ermittler-Duo mit Mord, Entführung und familiären Abgründen zu tun.

Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, l.) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, r.) versuchen, Ivo Steins Verlobte zu trösten.
Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, l.) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, r.) versuchen, Ivo Steins Verlobte zu trösten.  © WDR/Thomas Kost

Darum geht's: Es beginnt wie immer mit einem Toten. Schenk und Ballauf werden früh morgens zu einem Tatort gerufen.

Ivo Klein wurde nach durchzechter Nacht, er hatte seinen Junggesellen-Abschied gefeiert, überfahren. Zeugen bestätigen: Das war Absicht.

Das außerdem Besondere an der Situation: Der junge Mann hat eine Sporttasche mit einer halben Million Euro bei sich. Ein Motiv?

Schnell stellt sich aber heraus, dass Klein die Tasche zufällig in einem Mülleimer gefunden hatte. Die Überprüfung von Fingerabdrücken an den Scheinen bringt die Kommissare auf die Spur des renommierten Wirtschaftsanwalts Rainer Bertram (Hansjürgen Hürrig).

Das gibt dem Fall die entscheidende Wendung: Bertrams Enkelin Charlotte Ritter wurde entführt. Das Lösegeld befand sich in der Tasche, die Ivo Klein gefunden hatte. Beim Versuch, sich das Geld zurückzuholen, überfuhr der Entführer Klein. Da Zeugen das beobachtet hatten, flüchtete der Täter ohne die Tasche.

Nun müssen Schenk und Ballauf alles daran setzen, den Entführer zu finden. Denn das Leben von Charlotte hängt nach der gescheiterten Geldübergabe am seidenen Faden.

Dunkle Abgründe unter der heilen Familienwelt

Norbert Jütte (Roland Riebeling) hat es nicht leicht mit Schenk und Ballauf.
Norbert Jütte (Roland Riebeling) hat es nicht leicht mit Schenk und Ballauf.  © WDR/Thomas Kost

Drehbuch-Autor Christoph Wortberg verspricht "klassischen Krimi und Familiendrama" zugleich. Und tatsächlich tun sich schnell ungeahnte Abgründe im oberflächlich so perfekt erscheinenden Alltag von Charlottes Familie auf.

"Die Lügen hier alle", sagt der konsternierte Max Ballauf im Laufe der Ermittlungen. Denn egal ob Charlottes Eltern, ihr Bruder Paul (Johannes Franke), ihr Großvater oder ihr Freund Kaspar (Anton von Lucke) und seine alkoholkranke Mutter (Claudia Geisler-Bading): Alles scheinen irgendetwas voreinander zu verbergen, und alle haben ihre dunklen Geheimnisse.

Für die Kommissare gilt es nun, Licht in dieses familiäre Dunkel zu bringen. Denn die Zeit zur Rettung Charlottes läuft Ihnen davon, und es stellt sich bald heraus, dass der Entführer in ihrem näheren Umfeld zu suchen ist.

So stehen die finsteren familiären Verflechtungen im Mittelpunkt des neuen Kölner "Tatorts", die Ballauf und Schenk immer wieder mit überraschenden Wendungen konfrontieren.

Daneben kann das bestens eingespielte Ermittler-Duo aber auch wieder durch diverse humorvolle Einlagen glänzen. Etwa wenn Freddy Schenk beständig versucht, seinen aus dienstlichen Gründen verpatzten Hochzeitstag doch noch irgendwie zu retten.

Äußerst unterhaltsam ist außerdem Neuzugang Roland Riebeling (TAG24 berichtete), der als ständig essender Norbert Jütte seinen zweiten Auftritt im "Tatort: Köln" hat. Als gern schikanierter Mitarbeiter der Kommissare hat er die Lacher auf seiner Seite und zeigt sich als echte Bereicherung des Teams.

Titelfoto: WDR/Thomas Kost


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