Wegen Fußball: Anne Will muss dran glauben

Von Björn Strauss

Berlin/München - In diesem Jahr hatte Anne Will schon oft Pause. Nun hat sie weider einen freien Sonntag. Das Will'sche Ausdiskutieren des "Merkel-Bebens" vom vergangenen Montag muss auf die längere Bank geschoben werden. Wichtiger ist dem Öffentlich-Rechtlichen der Fußball.

Statt wie sonntags üblich "Anne Will" landen "Football Leaks" auf dem Bildschirm.
Statt wie sonntags üblich "Anne Will" landen "Football Leaks" auf dem Bildschirm.

Die Dokumentation "Football Leaks - von Gier, Lügen und geheimen Deals" füllt die sonst üblichen 60 Minuten von Anne Will in der ARD am heutigen Sonntagabend.

Musste Will sonst wegen so manchem "normalen" Fußball-Spiel pausieren, hat es die heutige Doku in sich!

Unzählige Journalisten aus ganz Europa haben mehr als 70 Millionen teils vertrauliche Dokumente aus dem Profi-Fußball ausgewertet.

Diese stammen von der Enthüllungsplattform "Football Leaks".

Die Dokumente liefern demnach Einblicke in geheime Absprachen hochrangiger Verbandsfunktionäre mit Vertretern von Fußballclubs.

"Statt Regelverstöße zu ahnden, verhandeln mächtige Verbandsbosse im Sinne bedeutender Spitzenclubs milde Strafen aus, mitunter an den eigenen Kontrollkammern vorbei. Eine bedeutende Rolle spielt dabei auch Gianni Infantino, der heutige Präsident des Weltfußballverbandes FIFA", heißt es bei der ARD.

Soll laut Football Leaks eine europäische Super League hinter dem Rücken der UEFA mit vorangetrieben haben: Karl-Heinz Rummenigge.
Soll laut Football Leaks eine europäische Super League hinter dem Rücken der UEFA mit vorangetrieben haben: Karl-Heinz Rummenigge.  © DPA

In den Dokumenten von Han-Ul Park, Nino Seidel und Birgit Wärnke finden sich die "Pläne für die Gründung eines neuen europäischen Wettbewerbs, der Super League" (TAG24 berichtete).

Laut den Filmemachern plane eine Gruppe von europäischen Spitzenclubs, zu denen der FC Bayern gehört, die Abspaltung von der UEFA.

Der Wettbewerb solle privat organisiert und vermarktet werden. Die Journalisten gehen weiteren Hinweisen nach, denen zufolge sich der heutige FIFA-Präsident Gianni Infantino in seiner Zeit als UEFA-Generalsekretär offenbar in laufende Ermittlungen eingemischt hat.

An den monatelangen Recherchen zu den Football Leaks waren mehr als 80 Journalisten aus 15 Medienunternehmen beteiligt.

Die 60-minütige Dokumentation "Football Leaks - von Gier, Lügen und geheimen Deals" gibt einen Überblick über den ersten Teil der Recherchen und widmet sich der Frage, woher die Daten kommen.

Aber nach der gestrigen Veröffentlichung (TAG24 berichtete) hat der FC Bayern München bereits Stellung bezogen und die Vorwürfe gegen Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge zurückgewiesen.

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