Erste schwarze Kommissarin im Tatort

Göttingen - Die 15-jährige Juljia bringt auf einem verdreckten Sportplatz-Klo ein Baby zur Welt und verblutet fast dabei.

Will ihr Kind nicht: Julija Petkow (Lilly Barshy, 17) hat ihre Schwangerschaft verdrängt.
Will ihr Kind nicht: Julija Petkow (Lilly Barshy, 17) hat ihre Schwangerschaft verdrängt.  © NDR/Christine Schröder

Dann ist die - zuvor missbrauchte - junge Frau verschwunden, auch von ihrem Kind fehlt jede Spur. Beide lebend zu finden bedeutet einen Wettlauf gegen die Zeit für Charlotte Lindholm (Matia Furtwängler, 52).

Die wurde vom LKA Hannover nach Göttingen strafversetzt und rangelt mit ihrer hochaggressiven Kollegin Anaïs Schmitz (Florence Kasumba, 42) um die Dominanz im Team.

Lohnt sich das Einschalten?

Ja, aber Vorsicht: Der "Tatort: Das verschwundene Kind" ist emotional belastend. Die Themen verdrängte Schwangerschaft und ausgesetzte Säuglinge werden schmerzhaft ausgespielt. Das ist spannend, auch ohne Krimi-Knobelei: Der Film konzentriert sich ganz auf die Flucht der verzweifelten Teenie-Mutter und den Versuch Lindholms, sich als arrogante Einzelgängerin in der Göttinger Provinz in ein neues Team einzufügen.

Das allerdings geht gehörig schief. Selten kam Furtwänglers Lindholm so unsympathisch daher. Dafür bekommt sie von ihrer neuen, recht amazonenhaften Kollegin auch gepflegt eine reingehauen - Furien-Alarm!

Dabei ist Florence Kasumba der Knaller dieses Falls.

Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler, 52) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba, 42) geraten hart aneinander.
Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler, 52) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba, 42) geraten hart aneinander.

Die fast überirdisch attraktive, aus Uganda stammende Ex-Musical-Darstellerin sah man zuletzt als Kriegerin in den Hollywood-Superheldenfilmen "Avengers: Infinity War" und "Black Panther", sie eine Kripo-Beamtin in Göttingen spielen zu lassen ist ein mutiger Coup.

Mit ihrer körperlichen Präsenz ist die kahlköpfige Anaïs Schmitz als erste schwarze Kommissarin allerdings auch die unwahrscheinlichste "Tatort"-Figur seit Zollfahnder Kressin. Der wenig damenhafte Kampf der Alpha-Frauen hat jedoch seinen Reiz.

Allerdings dürfte der "Tatort" mit seinem dritten rein weiblichen Team nach Dresden und Ludwigshafen die Frauenquote langsam übererfüllt haben. Zumal Regisseurin Franziska Buch hier auch noch ein rein weibliches Drama erzählt. Trotzdem ist die Neuausrichtung des Lindholm-"Tatort" nicht uninteressant.

Mehr zum Thema Tatort:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0