So 'n Fasching! So wird der "Tatort"

Rivalinnen in der Umkleidekabine: Saskia (Sinja Dieks, 30) und Annika 
(Natalia Rudziewicz, 30) wollen Tanzmariechen werden. Karneval in Köln, da rastet das Polizeirevier aus. Nur „Faschings“-Hasser Ballauf leidet.
Rivalinnen in der Umkleidekabine: Saskia (Sinja Dieks, 30) und Annika (Natalia Rudziewicz, 30) wollen Tanzmariechen werden. Karneval in Köln, da rastet das Polizeirevier aus. Nur „Faschings“-Hasser Ballauf leidet.  © WDR/Thomas Kost

Köln - Kurz vor Beginn der fünften Jahreszeit wird die Tanztrainerin des Karnevalsvereins „De Jecke Aape“ erschlagen.

Die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, 57) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, 56) finden heraus, dass die Tote einige Feinde hatte:

Es gab Streit mit dem Vereinspräsidenten, dem Bauunternehmer Günther Kowatsch (Herbert Knaup, 60), mit den Tänzerinnen Annika und Saskia, die um den Posten des ersten Tanzmariechens konkurrieren und mit dem Müllmann und glühenden Karnevalisten Rainer Pösel (großartig: Tristan Seith, 37), dessen 16-jährige Tochter Evelyn - ebenfalls Tänzerin - von den anderen jungen Frauen durch Mobbing in den Selbstmord getrieben wurde.


Lohnt sich das Einschalten?

Letztlich nicht, der „Tatort: Tanzmariechen“ ist ein Fall von der Stange. Dabei ist das Thema Karneval gerade in Köln ja ein reizvoller Hintergrund, der in 45 „Tatort“-Jahren tatsächlich erst zweimal vorkam. Diesmal gilt die fünfte Jahreszeit im Rheinland vielen als buchstäblich todernste Angelegenheit - aber daraus wird sträflich wenig gemacht.

Stattdessen gibt’s Vollbedienung für die Zuschauerfraktion, die sich klassische Old-School-Krimis wünscht: Zehn Minuten Zeit nimmt sich der „Tatort“, bis der Mord passiert, vier Verdächtige wurden derweil etabliert. Dann aber beginnt eine schier endlose Reihe an Befragungen und es zeigt sich, dass reines Täter-Knobeln allein heutzutage doch nicht mehr so richtig spannend ist.

Stark sind immerhin die Schauspielerleistungen und ein kleiner, gehässiger Nebenstrang: dass der schwule Assistent Tobias im Präsidium seinen Freund knutscht, kommt besonders bei Freddy Schenk nicht gut an - die Diskussionen deuten an, dass es mit der vielbeschworenen Toleranz in Köln doch nicht so weit her ist, wie immer behauptet.

Das aber rettet den Fall auch nicht aus ödem, routiniertem Mittelmaß.


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