Stell Dir vor, die Lindenstraße wird eingestellt, und keinen juckt's

Von Björn Strauss

TV - Freitagmittag in Köln: Die Meldung über das Lindenstraßen-Aus geht über den Äther. Sie ließ das Herz vieler Fans schwermütig werden. Es schien, als gehe eine riesige Welle der Entrüstung durchs Land. Diese Welle aber ebbt merklich ab. Es gibt sogar eine Gegen-Welle inklusive Petition, in der das unbedingte Ende der Pracht-Straße gefordert wird.

Marie Luise Marjan (78, Mutter Beimer): "Jetzt werden wir ihnen zeigen, dass wir unentbehrlich sind."
Marie Luise Marjan (78, Mutter Beimer): "Jetzt werden wir ihnen zeigen, dass wir unentbehrlich sind."  © WDR/Steven Mahner

Mit der "Lindenstraße" habe der WDR geschafft, was keiner anderen deutschen Serie gelungen sei: Über Generationen hinweg mitten aus dem Alltag der Menschen heraus große gesellschaftliche und politische Themen abzubilden. Das ist wahr. Und das soll ab 2020 vorbei sein. So der Fakt.

Fakt ist auch: Die Zuschauerzahlen sinken seit Jahren. Außerdem führte die ARD Sparzwänge an.

Kurz nach Bekanntwerden dieser Botschaft formierte sich Widerstand in der Fan-Base (TAG24 berichtete), die Kommentar-Spalten in den Sozialen Medien quollen über mit Empörung.

Querbeet äußerten sich Promis, Z-Promis, ja sogar mancher Politiker zum Aus dieser Wochenend-Soap.

Eine Petition wurde flugs ins Leben gerufen, man solle die "Lindenstraße" nicht sterben lassen - der Zuspruch dieser hält sich in überschaubaren Grenzen.

Innerhalb von fast drei Tagen haben auf change.org gerade einmal 3700 Fans (Stand 15.42 Uhr) ihre digitale Unterschrift hinterlassen. Das sind wenige. Zum Vergleich: Als es um das Einschläfern des Kampfhundes >> Chico ging (er biss sein Herrchen tot und sollte eingeschläfert werden), haben innerhalb weniger Stunden Hunderttausende den Weg in die digitale Unterzeichnung gefunden.

Vielleicht halten es die Fans des Ü-30-jährigen Dauerbrenner-Dinos für unmöglich, dass eine solche Serie abgesetzt werde?

Online-Petition kommt nicht in Fahrt

2020 ist Schluss mit der Wochenend-Soap, so die Entscheidung, die am Freitag fiel.
2020 ist Schluss mit der Wochenend-Soap, so die Entscheidung, die am Freitag fiel.  © PR/ARD

Serien-Urgestein "Mutter Beimer" (Marie Luise Marjan) schießt gar In der "Bild am Sonntag" gegen ihren TV-Arbeitgeber, man sei mehr als nur eine "lapidare Serie" gewesen. "Nun einfach zu sagen, 'Wir wollen das nicht mehr' sagt eigentlich alles über die ARD aus."

"Die ARD hat einen öffentlich-rechtlichen Auftrag. Wir zahlen Steuern dafür. Und wir müssen doch ein gehaltvolles Programm bekommen", so die Schauspielerin der ersten Stunde weiter.

Die geschockte Marie Luise Marjan hofft nun, dass die Zuschauer ihre Stimme gegen die Entscheidung der ARD erheben werden:

"Jetzt werden wir ihnen zeigen, dass wir unentbehrlich sind."

Diese "Unentbehrlichkeit" aber muss sich erst einmal beweisen... Es gibt auf >> change.org sogar eine Gegen-Petition, die fordert: "Stellt die Lindenstraße ein!" - diese aber dümpelt auch vor sich hin.

Da kann man nur gespannt sein, wer in diesem Straßen-Monopoli gewinnt.

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