Murot mal wieder: Heute läuft der irrste Tatort des Jahres

Wiesbaden - Um 7.30 Uhr morgens klingelt das Telefon von LKA-Ermittler Felix Murot (Ulrich Tukur): Seine Assistentin Wächter meldet einen Banküberfall mit Geiselnahme.

Wenn man sowieso stirbt, ist irgendwann alles egal: Murot greift auch mal in Schlafanzug und Bademantel zur Kettensäge.
Wenn man sowieso stirbt, ist irgendwann alles egal: Murot greift auch mal in Schlafanzug und Bademantel zur Kettensäge.  © HR/Bettina Müller

Murot ordnet die üblichen Routinemaßnahmen an, wickelt seine eigene Morgenroutine ab - waschen, rasieren, anziehen - und lästert am Tatort: "Geiselnehmer.

Kennste einen, kennste alle." In der Bank überredet Murot die Täter fast gelangweilt zur Aufgabe, wird aber - Bäm! - überraschend erschossen! Rund 13 Minuten sind da erst vorbei.

Erneut erwacht Murot schweißgebadet in seinem Bett. Das Telefon klingelt. Wächter meldet einen Banküberfall. Der staunende Ermittler erlebt den Tag noch einmal: Bäm!

Und wieder: Bäm! Und wieder... Ganz klar: Murot ist in einer Zeitschleife gefangen. Wie kommt das bloß? Und wie kann er wieder daraus entkommen?

Lohnt sich das Einschalten?

Bäm! Murot (Ulrich Tukur) hat gelernt, dass Geiselnehmer Gieseking (Christian Ehrich) ihn immer wieder erschießen wird.
Bäm! Murot (Ulrich Tukur) hat gelernt, dass Geiselnehmer Gieseking (Christian Ehrich) ihn immer wieder erschießen wird.  © HR/Bettina Müller

Unbedingt! Der "Tatort: Murot und das Murmeltier" ist vielleicht der verrückteste Krimi der Reihe, aber er funktioniert ganz vorzüglich. Wenn Tukur dabei ist, weiß man ohnehin, dass keine 08/15-Kost serviert wird. Das fanden nicht nur die Kritiker super, auch beim Publikum, das sogenannte "Experimente" ja eher scheut, kamen die irren Murot-"Tatorte" bislang bestens an. Der heutige legt nochmal eine Schippe drauf.

Das titelgebende Murmeltier verweist natürlich auf den Komödien-Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier" (1993), in dem Bill Murray als zynischer Wettermoderator den gleichen Alptraum immer wieder erlebt. Wie Murray gibt Tukur eine famose One-Man-Show, spielt mal verzweifelt, mal depressiv, mal dem Wahnsinn nahe.

Das ist sehr lustig! Spannend auch zu erleben, wie jede einmal bekannte Situation immer wieder aufs Neue variiert wird. Ohne Details zu verraten: Der Film hält sein haarsträubendes Konzept konsequent durch, ohne jemals zu ermüden.

Autor und Regisseur Dietrich Brüggemann legt nach seinem originellen Stuttgarter Stau-"Tatort" ein absolutes Highlight vor, das sich über die ewige Krimi-Routine im Fernsehen lustig macht. Sein Vorschlag: Wie wär's mal ohne Leichen? Urkomische Idee für einen Krimi, in dem sehr oft gestorben wird.

Titelfoto: HR/Bettina Müller

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