Holocaust-Vergleich? ARD-Journalist entgleist im Netz und erntet heftige Kritik

ARD-Journalist Jürgen Döschner hat am Sonntag einen Tweet abgesetzt, den viele als "Entgleisung" sehen.
ARD-Journalist Jürgen Döschner hat am Sonntag einen Tweet abgesetzt, den viele als "Entgleisung" sehen.

Berlin - Der Abgas-Skandal nimmt einfach kein Ende. Auch ARD-Journalist Jürgen Döschner, der "Energie-Experte" der Öffentlich-Rechtlichen wollte bei Twitter ein Statement zu den jüngsten Nachrichten abgeben. Und löste damit eine Welle der Empörung aus.

Am Sonntag verfasste er einen Post, in dem er die Gefahren von Abgasen - anscheinend - mit dem Holocaust verglich. "#Dieselgate - Wo drastische Taten fehlen, müssen wenigstens drastische Worte her: Deutsche Automafia vergast jedes Jahr 10.000 Unschuldige", tippte er ein.

Er bezieht sich dabei auf einen Artikel bei Deutschlandfunk, indem behauptet wird, dass jährlich 10.000 Deutsche an den Folgen von Vergiftungen durch Stickoxide im Dieselabgas sterben würden.

Die Zahlen sind, mit Döschners Worten gesagt, auch "drastisch". Doch muss man gleich Parallelen zur Ermordung von sechs Millionen Menschen in den Konzentrationslagern des Dritten Reichs ziehen?

Wohl eher nicht, meinen jene, die auf den mittlerweile gelöschten Tweet reagiert haben.

So versucht der Journalist die Sache in Ordnung zu bringen.
So versucht der Journalist die Sache in Ordnung zu bringen.

Unter ihnen beispielsweise "Handelsblatt"-Journalist Jürgen Flaugner, der die Aussage des Energie-Experten "völlig daneben" findet.

CDU-Bundestagsabgeordneter Maik Beermann petzt gleich mal der ARD gegenüber. "Dieselgate mit Holocaust vergleichen? Totale Entgleisung - und das bei den Öffentlich-Rechtlichen. Schlimm ARD.de", schreibt der Politiker.

Auch Journalist Sven Afhüppe ist empört und nennt das Statement Döschners ebenfalls eine "Entgleisung". Sein Fazit? "Dieser Tweet entwürdigt sich selbst".

Döschner selbst beantwortet diese Anfeindungen alle und lässt die Kritik nicht auf sich sitzen. Dabei beruft er sich immer wieder auf die Definition des Wortes "vergasen" im Duden. "Holocaust findet nur in Ihrem Kopf statt", kontert er beispielsweise dem CDUler Beermann gegenüber.

Eingeknickt zu sein scheint er mittlerweile jedoch trotzdem. Denn der "Vergasungs-Post" wurde nun noch einmal neu aufgesetzt.

Auf Döschners Seite ist nun zu lesen: "Da mein Tweet vielfach bewusst als Holocaust-Vergleich missinterpretiert wurde, habe ich ihn durch eine neutralere Formul ersetzt".

Und die lautet: "Deutsche Automafia tötet jährl 10000 Unschuldige".

Für seine Kritiker einfach nur lächerlich. "Für diesen Tweet gilt es sich zu entschuldigen", "Entschuldigen sie sich! Und lassen sie den Duden raus!"... Es bleibt spannend.


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