Sandra Maischberger: "Roter Teppich für Erdogan?"

Berlin - Während am Mittwoch im ZDF Dunja Hayali (44) ab 22.45 Uhr in ihrer monatlichen Talkshow über Chemnitz diskutiert (TAG24 berichtete), wendet sich Sandra Maischberger zur selben Zeit im Ersten der Türkei-Politik zu.

Sandra Maischberger (52).
Sandra Maischberger (52).  © DPA

"Roter Teppich für Erdogan: Ist das die richtige Türkei-Politik?", so der Titel der Sendung von Sandra Maischberger (52).

Es war für viele Menschen die vielleicht beste Nachricht des Sommers: die Ausreise von Mesale Tolu nach Deutschland. Sieben Monate hatte die Journalistin in einem türkischen Gefängnis gesessen, durfte anschließend das Land nicht verlassen. Verfolgt die politische Führung der Türkei mit der Ausreisegenehmigung jetzt auch einen neuen Kurs der Annäherung - kurz vor dem umstrittenen Staatsbesuch von Präsident Recep Tayyip Erdogan in Berlin?

Wird die Türkei bereits an diesem Mittwoch Außenminister Heiko Maas bei dessen Besuch in Ankara weiter entgegenkommen? Soll die deutsche Regierung jetzt ihrerseits das wirtschaftlich angeschlagene Land am Bosporus unterstützen? Oder wäre das der Kotau vor einem Autokraten?

Die Gäste am Mittwoch in der >> ARD ab 22.45 Uhr:

(v.l.) Mesale Tolu, Günter Wallraff, Elmar Brok, Cigdem Akyol, Erkan Arikan und Clemens Fuest.
(v.l.) Mesale Tolu, Günter Wallraff, Elmar Brok, Cigdem Akyol, Erkan Arikan und Clemens Fuest.  © ARD
  • Im Einzelgespräch: Mesale Tolu (Journalistin): Zur Fortsetzung ihres Prozesses will die gebürtige Ulmerin wieder in die Türkei reisen. Dort drohen ihr bis zu 20 Jahre Haft.
  • Günter Wallraff (Enthüllungsjournalist und Erdogan-Kritiker): Er ist Deutschlands bekanntester Enthüllungsjournalist und war als Prozessbeobachter bei der Verhandlung gegen Mesale Tolu in Istanbul. Der Fernsehreporter verurteilt den "Kuschelkurs der Bundesregierung" gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan
  • Elmar Brok, CDU (Europa-Abgeordneter): Der CDU-Außenpolitiker begrüßt den Staatsbesuch des türkischen Präsidenten in Deutschland: "Wir haben schon ganz anderen Staatsoberhäuptern mit Blut an den Händen den roten Teppich ausgerollt."
  • Cigdem Akyol (Erdogan-Biografin): "Die Türkei ist keine Diktatur. Wir sollten mit solchen Begriffen nicht so beliebig umgehen", sagt die Journalistin. Aber Erdogan sei ein Autokrat, vor dem ein großer Teil der Bevölkerung zittere, so die Biografin des türkischen Präsidenten.
  • Erkan Arikan (Fernsehmoderator): "Deutschland muss Erdogan die Hand reichen", sagt der Leiter der türkischen Redaktion von WDR Cosmo, "auch wenn das vielen nicht gefällt".
  • Clemens Fuest (Chef des Ifo-Instituts): Der Volkswirtschaftsprofessor warnt vor den Folgen der ökonomischen Krise am Bosporus. Die türkische Wirtschaft stehe am Abgrund.

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