Armbrust-Drama von Passau: Eltern des 19-jährigen Opfers berichten von Manipulation

Passau/Wittingen - Traurige Gewissheit: Am Dienstagabend erfuhren die Eltern, dass es sich bei der 19-jährigen Toten, die im Zusammenhang mit dem Armbrust-Fall von Passau in Wittingen gefunden wurde, um ihre Tochter handelt. In einem Interview mit RTL erzählten sie, wie sie ihr Mädchen an Torsten W. verloren.

Die 19-Jährige wurde tot in einer Wohnung in Wittingen in Niedersachsen gefunden.
Die 19-Jährige wurde tot in einer Wohnung in Wittingen in Niedersachsen gefunden.  © DPA

Torsten W. wurde am Samstag tot in einem Bett in einer Pension in Passau aufgefunden - in seinem Herz steckte ein Pfeil.

Neben ihm lag - Hand in Hand - eine 33-jährige Frau. Auch sie wurde durch einen gezielten Schuss mit einer Armbrust ins Herz getötet.

Vor ihnen auf dem Boden eine leblose 30 Jahre alte Frau: Ein Schuss in den Hals beendete ihr Leben.

Die Staatsanwaltschaft geht von Tötung auf Verlangen beziehungsweise Suizid aus.

Zwei Tage nach dem schrecklichen Fund in Passau, machten Ermittler die nächste schockierende Entdeckung: In der Wohnung der 30-jährigen Toten in Wittingen in Niedersachsen wurden zwei weitere weibliche Leichen gefunden.

Bei der einen Toten handelt es sich um die 35 Jahre alte Lebenspartnerin der 30-Jährigen. Die andere ist, wie die Polizei am Dienstag gegenüber den Eltern bestätigte, die 19-jährige Carina U.

In einem Interview mit RTL erzählten Vater und Mutter der Verstorbenen, wie sie ihre Tochter an den Sex-Zirkel um Torsten W. verloren.

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die 19-Jährige selbst das Leben nahm.
Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die 19-Jährige selbst das Leben nahm.  © DPA

Carina lernte Torsten W. bei einem Selbstverteidigungskurs bei einem Kampfsportverein kennen. "Sie hatte innerhalb von 14 Tagen ihr gesamtes Umfeld verlassen. Hat sich eingekapselt", so die Mutter gegenüber dem TV-Sender. Sie habe nur noch Kontakt mit den Leuten vom Kampfsport haben wollen.

Mit ihrem damaligen Freund machte sie kurzerhand per SMS Schluss. Die Eltern erkannten ihre Tochter nicht wieder: "Wir haben gesagt 'Das kann nicht unsere Tochter sein'", berichtet die Mutter weiter.

"Sie schwärmte immer nur von Torsten." Spätestens als die Eltern einen Anruf vom Jugendamt bekamen, in dem ihnen erklärt wurde, dass ihre Tochter nicht mehr nach Hause kommen wolle, wurde ihnen bewusst, dass sie ihr Mädchen an den ominösen Club verloren hatten. Carina kommt in die Obhut des Jugendamts.

Wie man einen Mensch in so kurzer Zeit manipulieren kann, ist für den Vater nicht zu begreifen. "Keiner hat das verstanden. Meine Tochter war wirklich lebenslustig", erinnert sich der Vater. "Diese Manipulation, die macht einen fertig."

Bei den beiden toten Frauen, die in Wittingen gefunden wurden, fand man keine Hinweise auf äußere Gewalteinwirkungen. Die Ermittler gehen daher von Suizid aus.

Normalerweise zieht die Redaktion es vor, nicht über mögliche Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber komplett im öffentlichen Raum abgespielt hat, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema Unglück:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0