Armenische Mafia in Deutschland kooperiert mit italienischer Mafia

Erfurt/Neapel - Schon länger wird vermutet, dass die armenische Mafia in Deutschland mit dem Heimatland der Mafia kooperiert. Doch laut Spiegel und MDR gibt es nun das erste Mal konkrete Hinweise darauf.

Im Oktober 2017 war es zu einer Massenschlägerei in Erfurt gekommen. Auch daran soll die armenische Mafia beteiligt sein. (Archivbild)
Im Oktober 2017 war es zu einer Massenschlägerei in Erfurt gekommen. Auch daran soll die armenische Mafia beteiligt sein. (Archivbild)  © Marcus Scheidel

Grund dafür ist eine Verkehrskontrolle am 17. Februar 2014 in Neapel. Dabei wurde nicht nur ein Mitglied der armenischen und zwei der italienischen Mafia in einem Wagen entdeckt, sondern auch noch 124.550 Euro Falschgeld, dass anscheinend auf dem Weg nach Deutschland war.

Dem Trio war das Erfurter Kennzeichen an der schwarzen Nobelkarosse (Mercedes SL) zum Verhängnis geworden, denn das hatte zwei Carabinieri auf sie aufmerksam gemacht.

Bei der Durchsuchung war dann das Falschgeld gefunden worden. Zwar durften die Drei nach einem kurzen Aufenthalt im Gewahrsam wieder gehen, aber das Thüringer Landeskriminalamt wurde auf sie aufmerksam. Denn das Mitglied der armenischen Mafia stand auf der Liste der Verdächtigen in Erfurt, nachdem dort Falschgeld gefunden worden war.

Um die beiden Italiener kümmerte sich zunächst niemand, doch die Recherchen von Spiegel und MDR belegen nun, dass die beiden Verbindungen zur mächtigsten Verbrecherorganisation der Welt haben: der kalabrischen Mafia `Ndrangheta. Und noch immer sind zumindest zwei der Festgenommenen in Kontakt miteinander, denn der Falschgeldhändler und einer der Italiener wurden im Juni zusammen in einem Auto kontrolliert.

Der Verdacht der Zusammenarbeit sei kein Neuer, heißt es, doch weder BKA, LKA oder die Staatsanwaltschaft ermitteln gegen die Italiener oder wollen keine Auskunft geben. So scheint der Falschgeldhandel schon seit Jahren zu laufen und so schnell auch nicht zu Enden.

Titelfoto: Marcus Scheidel

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