Ließ diese zehnfache Mutter ihr kleines Kind verhungern?

Arnsberg - Der Prozess um den Hungertod eines Zweijährigen und die Unterernährung seiner jüngeren Schwester wird am Mittwoch (9 Uhr) vor dem Landgericht Arnsberg fortgesetzt.

Ist die zehnfache Mutter Schuld am Tod ihres kleinen Sohnes?
Ist die zehnfache Mutter Schuld am Tod ihres kleinen Sohnes?  © DPA

Die Anklage wirft der zehnfachen Mutter im Fall des Jungen Körperverletzung mit Todesfolge, im Fall der damals neun Monate alten Schwester gefährliche Körperverletzung durch Unterlassen vor.

Es ist der vorerst letzte Verhandlungstermin, den das Gericht in dem seit über acht Monaten laufenden Prozess bestimmt hat. Die Beweisaufnahme ist jedoch noch nicht abgeschlossen.

Auch haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Schlussvorträge noch nicht gehalten. Es ist dennoch nicht ausgeschlossen, dass das Gericht noch am Mittwoch ein Urteil verkünden kann.

Der Junge war 2014 verhungert, seine jüngere Schwester, ebenfalls schwer unterernährt, konnten die Ärzte gerade noch retten. Die Mutter hatte den kleinen Anakin im Februar 2014 wegen einer Magen-Darm-Infektion in eine Klinik gebracht.

Es war aber zu spät, um das Kind noch zu retten: Der Junge starb einen Tag später, abgemagert bis auf die Knochen. Ein psychiatrischer Gutachter hält die mittlerweile 41-Jährige für schuldfähig.

Ein Urteil war bereits Anfang Februar erwartet worden. Das Gericht war jedoch nach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft erneut in die Beweisaufnahme eingetreten. Die Anklage hatte zuvor eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten gefordert.

UPDATE, 10.10 Uhr: Der Prozess ist bereits nach wenigen Minuten am Mittwoch wieder unterbrochen worden. Das Landgericht Arnsberg hatte zuvor den Antrag des Verteidigers abgelehnt, einen weiteren Psychologen mit seiner Einschätzung der Angeklagten zur Tatzeit zu vernehmen.

Der vom Gericht beauftragte psychiatrische Gutachter hält die mittlerweile 41-Jährige für schuldfähig. Darauf beantragte der Rechtsanwalt der zehnfachen Mutter eine Unterbrechung von einer Stunde, um sich mit seiner Mandantin zu beraten.

Titelfoto: DPA


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