Ihr Sohn magerte bis auf die Knochen ab und starb: Droht ihr nun der Knast?

Die Angeklagte muss sich wegen des Hungertodes ihres zweijährigen Sohnes vor dem Landgericht Arnsberg verantworten (Archivbild).
Die Angeklagte muss sich wegen des Hungertodes ihres zweijährigen Sohnes vor dem Landgericht Arnsberg verantworten (Archivbild).  © Jörg Taron/dpa

Arnsberg (dpa) - Ein Zweijähriger stirbt vor drei Jahren im Sauerland an akuter Unterernährung. Er kommt bis auf die Knochen abgemagert in ein Krankenhaus, doch die Ärzte können ihn nicht mehr retten. Nun soll das Urteil gegen die Mutter des Jungen fallen.

Der kleine Anakin starb 2014 an Unterernährung. Laut Anklage ist die Mutter für seinen Tod verantwortlich (TAG24 berichtete). Die 40-Jährige, die zehn Kinder geboren hat, muss sich wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten.

Die Angeklagte hatte ihren Sohn im Februar 2014 zwar wegen einer Magen-Darm-Infektion in eine Klinik gebracht. Dort starb der Junge aber einen Tag später, abgemagert bis auf die Knochen. Die ebenfalls abgemagerte, neun Monate alte Schwester konnten die Ärzte retten.

Vor den Plädoyers und dem Urteil hört das Gericht noch einen Sachverständigen zur Schuldfähigkeit der Frau.

UPDATE, 11.19 Uhr: Die angeklagte Mutter hat ihr Geständnis außerhalb des Gerichts eingeschränkt. Die 40-Jährige schrieb an eine Pflegemutter, sie habe vor Gericht gelogen, um ihren Kindern eine Aussage zu ersparen und eine Bewährungsstrafe zu erreichen. Eines oder mehrere ihrer zehn Kinder werden von der Pflegemutter betreut.

Im Prozess hatte sie erklärt, sie habe den ihres Zustand ihres Sohnes gesehen, aber nicht rechtzeitig gehandelt. Die Angeklagte äußerte sich am Freitag am Landgericht Arnsberg zunächst nicht zu dem Schreiben.

Titelfoto: Jörg Taron/dpa


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