Youtuber auf der Straße: Artikel-13-Protest in Köln viel kleiner als erwartet!

Köln - In Köln sind erneut einige Hundert Menschen wegen des geplanten "Artikel 13" auf die Straße gegangen. Der Protest richtet sich gegen die geplante Urheberrechtsreform im Internet.

Der Protestzug gegen den geplanten Artikel 13 am Kölner Neumarkt.
Der Protestzug gegen den geplanten Artikel 13 am Kölner Neumarkt.  © TAG24/Brüggemann

Der Protestzug startete gegen in Köln gegen 13 Uhr. Die Demonstranten liefen über die Deutzer Brücke bis zum Neumarkt. Nach einer Kundgebung am Kölner Neumarkt ging es von dort aus weiter zum Heumarkt.

Während die Veranstalter mit bis zu 7000 Teilnehmern gerechnet hatten, kamen nur einige Hundert zu dem Protest. Bei einer ersten Demo vor wenigen Wochen nahmen noch mehr als Tausend Menschen teil.

Sie riefen Parolen gegen den geplanten Artikel 13 in der umstrittenen Urheberrechtsreform.

Die Kritiker, vor allem Youtuber, stoßen sich vor allem an der Vorgabe an große Internetplattformen, mögliche Verstöße gegen Urheberrechte zu verhindern.

Geschützte Werke wie Filme oder Musik müssten demnach lizenziert werden, bevor sie auf den Plattformen landen - oder dürfen nicht hochgeladen werden.

Die Folge seien "flächendeckende Upload-Filter", kritisierte der Verbraucherzentrale Bundesverband und beklagt die Missachtung von Nutzerrechten. Sie sogenannten Upload-Filter ist Software, mit der Plattformen beim Hochladen überprüfen können, ob Bilder, Videos oder Musik urheberrechtlich geschützt sind.

Kritiker befürchten, dass auch legale Inhalte, Parodien oder Zitate aussortiert werden könnten.

Was steckt hinter dem geplanten Artikel 13?

Die Artikel13-Protest-Kundgebung am 9. März in Köln.
Die Artikel13-Protest-Kundgebung am 9. März in Köln.

Klingt erstmal kompliziert, ist es aber nicht: Grundsätzlich soll die Copyright-Reform das EU-Urheberrecht ans digitale Zeitalter anpassen.

Denn aktuell gilt ein altes Recht. Das aktuell gültige Recht stammt noch aus dem Jahr 2001.

Durch den Artikel 13 sollen auch Plattformen wie YouTube stärker in die Pflicht genommen werden, damit weniger urheberrechtlich geschützte Werke unerlaubt im Netz landen.

Außerdem steht das Leistungsschutzrecht für Presseverleger im Fokus.

Nachrichten-Suchmaschinen wie Google News sollen danach nicht mehr wie bisher ohne Weiteres Überschriften oder Ausschnitte von Pressetexten in ihren Ergebnissen anzeigen dürfen.

Sie bräuchten eine Erlaubnis der Verlage und müssten gegebenenfalls dafür zahlen.

Titelfoto: TAG24/Brüggemann

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