Urheberrecht: Wikipedia wird schwarz! War's das nun mit dem Online-Lexikon?

San Francisco - Alles schwarz oder was? Jetzt macht auch Wikipedia mit bei den Protest-Aktionen gegen die umstrittene Reform des Urheberrechts mit.

Der Protestzug gegen den geplanten Artikel 13 am Kölner Neumarkt.
Der Protestzug gegen den geplanten Artikel 13 am Kölner Neumarkt.  © TAG24/Brüggemann

Mit einer Protestaktion mischen sich nun auch Wikipedia-Autoren ein. Es geht um politischen Widerstand gegen die umstrittene Reform des Urheberrechts. Deshalb herrscht am 21. März auf Wikipedia Funkstille!

Die deutschsprachige Wikipedia-Ausgabe soll dann komplett abgeschaltet werden. Damit unterstützt die Online-Enzyklopädie die wachsende Protestbewegung - insbesondere gegen Artikel 13 - der geplanten Reform - ähnlich, wie es auch schon bei YouTube Proteste gab.

Statt der üblichen Artikel bekommen die User lediglich ein Banner zu sehen. Die User sollen auf befürchtete Probleme mit den Urheberrechtsreform hingewiesen werden. Speziell geht's um um Artikel 11 (Leistungsschutzrecht für Presseverleger) und die Änderungen der Haftungsregeln für Internetplattformen in Artikel 13.

Man solle die EU-Abgeordneten kontaktieren und sich an den für 23. März geplanten großen Straßen-Protesten beteiligen.

Wikipedia-Autoren wollen so erreichen, dass sich viele EU-Abgeordnete in der endgültigen Abstimmung Ende März gegen die Reform in der jetzigen Form aussprechen.

Das Thema Urheberrecht ist derzeit in aller Munde. So gab's am heutigen Samstag einige Demos - unter anderem in Köln, Leipzig und Magdeburg. Eine große YouTuber-Aktion fand bereits im Februar in Köln statt (TAG24 berichtete).

Das steckt hinter dem geplanten Artikel 13

Auch Wikipedia macht auf Missstände wegen des geplanten Artikels 13 aufmerksam.
Auch Wikipedia macht auf Missstände wegen des geplanten Artikels 13 aufmerksam.  © PR/Wikipedia

Die geplante Urheberrechtsreform sieht vor, dass Online-Plattformen wie Instagram sich für die Inhalte von Usern künftig Lizenzen einholen müssen.

Kritiker fürchten daher, dass so genannte Upload-Filter zum Einsatz kommen und so vorsorglich auch erlaubte Inhalte gelöscht werden könnten.

Das ginge der Kunst- und Pressefreiheit partiell an den Kragen!

Grundsätzlich solle mit dem neuen Gesetz die Copyright-Reform das EU-Urheberrecht ans digitale Zeitalter anpassen. Aktuell gilt altes Recht aus dem Jahr 2001 im "Neuland".

Durch den Artikel 13 sollen aber auch Plattformen wie YouTube und Wikipedia stärker in die Pflicht genommen werden - so sollen weniger urheberrechtlich geschützte Werke unerlaubt im Netz landen. Außerdem steht das Leistungsschutzrecht für Presseverleger im Fokus.

Nachrichten-Suchmaschinen wie "Google News" sollen demnach nicht mehr ohne Weiteres bspw. Überschriften oder Ausschnitte von Pressetexten in den Ergebnissen anzeigen. Dafür bräuchten sie die Erlaubnis der Verlage, und das koste gegebenenfalls Geld.

Titelfoto: PR/Wikipedia

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