Hunderte setzen vor Handballspiel Zeichen gegen Nazi-Übergriffe

Sülfeld - Zahlreiche Menschen haben am Sonnabend in Sülfeld im Kreis Segeberg gegen Rechtsextreme in ihrer Gemeinde demonstriert.

Zuschauer halten beim Handballspiel in Sülfeld ein Plakat gegen Nazis hoch.
Zuschauer halten beim Handballspiel in Sülfeld ein Plakat gegen Nazis hoch.  © dpa/Georg Wendt

Rund 800 Sülfelder versammelten sich nach Veranstalterangaben vor einem Spiel der Handballfrauen des SV Sülfeld in der Sporthalle, um unter dem Motto "Sülfeld ist bunt - wir sind mehr" ein Zeichen gegen einen Übergriff mutmaßlicher Neonazis in dem Ort zu setzen.

Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) dankte den Sportlerinnen für ihre Initiative.

"Damit setzen Sie ein klares gesellschaftspolitisches Zeichen, das aufrütteln soll und unmissverständlich zu verstehen gibt: Hier in Sülfeld und auch überall woanders gibt es keinen Platz für Neonazis", sagte er.

Mitte Oktober waren ein Mann und eine Frau in dem 3000-Seelen-Dorf von einem 23 Jahre alten Mann aus der Neonaziszene attackiert worden, als sie Aufkleber mit der Aufschrift "Aryan Circle" ("Arischer Zirkel") und mit rechten Parolen entfernen wollten.

Auch Neonazi-Aufkleber an Tür von Pastorat gefunden

Hans-Joachim Grote (CDU), Innenminister von Schleswig-Holstein, spricht bei einer Versammlung gegen Neonazis im Vorfeld eines Handballspiels in Sülfeld.
Hans-Joachim Grote (CDU), Innenminister von Schleswig-Holstein, spricht bei einer Versammlung gegen Neonazis im Vorfeld eines Handballspiels in Sülfeld.  © dpa/Georg Wendt

"Die Vorfälle haben uns alle schockiert", sagte der Sülfelder Pastor Steffen Paar, der ebenfalls einen solchen Aufkleber an seinem Pastorat gefunden hatte.

"Die Rechten werben ganz gezielt für ihren arischen Zirkel. Treten wir gemeinsam dafür ein, dass Sülfeld weiter offen und tolerant bleibt", sagte er unter dem Beifall der Zuschauer.

Er habe den Urhebern des Aufklebers ein Gespräch angeboten, einen konkreten Termin gebe es aber noch nicht, sagte er.

Grote versicherte, die Sicherheitsbehörden hätten die rechte Szene im Umkreis von Bad Segeberg fest im Blick und stünden den führenden Mitgliedern dieser rechtsextremistischen Gruppierung fast sprichwörtlich auf den Füßen.

Titelfoto: dpa/Georg Wendt

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