Arzt verkauft Mutter ätzendes Gemisch um Sohn (8) zu heilen

Jena - Die Landesärztekammer prüft Vorwürfe wegen fragwürdiger Heilmethoden gegen einen Hausarzt aus dem Weimarer Land.

Der Arzt verkaufte der Mutter das Gemisch direkt in der Praxis.
Der Arzt verkaufte der Mutter das Gemisch direkt in der Praxis.  © Screenshot/ARD Mediathek/Kontraste

Der Mediziner, der eine naturheilkundlich orientierte Praxis betreibt, soll Patienten ein ätzend wirkendes Chlordioxid-Gemisch zur Behandlung empfohlen und verkauft haben. Das Mittel wird eigentlich als Desinfektions- und Bleichmittel eingesetzt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung und Verbraucherschützer warnen vor dem Einsatz des Mittels MMS (Miracle Mineral Supplement).

Der Arzt werde im Zuge eines berufsrechtlichen Verfahrens zunächst zur Stellungnahme aufgefordert, sagte eine Kammersprecherin am Mittwoch.

Auslöser der Prüfung ist eine Sendung des ARD-Politmagazins "Kontraste", in der ein Fernsehteam den Arzt unter anderem bei einer verdeckten Recherche in dessen Praxis beobachtet hatte. Dabei empfahl er einer Testpatientin das Mittel zur Autismus-Behandlung bei deren Sohn und verkaufte ihr es.

Parallel zur berufsrechtlichen Prüfung würden Staatsanwaltschaft, Landesverwaltungsamt als Approbationsbehörde und Kassenärztliche Vereinigung Thüringen informiert, sagte die Kammersprecherin.

Die Landesärztekammer ist für die Berufsaufsicht über die in Thüringen tätige knapp 9500 Thüringer Ärzte in Praxen und Krankenhäusern zuständig.

Titelfoto: Screenshot/ARD Mediathek/Kontraste


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