Von Islamisten bedroht: Kommt die Christin Asia Bibi nach Deutschland?

Frankfurt - Die wegen Gotteslästerung in Pakistan zum Tode verurteilte und nach neun Jahren Haft freigesprochene Christin Asia Bibi wartet nach Angaben ihres Anwalts auf Papiere für ihre Ausreise.

Das Archivbild zeigt die Christin, Asia Bibi, bei ihrer Anhörung in einem Gefängnis in Pakistan.
Das Archivbild zeigt die Christin, Asia Bibi, bei ihrer Anhörung in einem Gefängnis in Pakistan.  © Uncredited/AP/dpa

"Sie ist eine freie Frau, sie kann gehen, wohin sie will", sagte Anwalt Saif-ul-Malook am Dienstag in Frankfurt am Main.

Ihre Reisefreiheit sei nicht eingeschränkt, aber sie habe weder Pass noch Visum. Zwar hätten viele westliche Regierungen ihre Hilfe angeboten, aber keine habe ihr bisher die Staatsbürgerschaft angeboten.

Die Katholikin war 2010 wegen angeblicher Gotteslästerung in dem vorwiegend muslimischen Land Pakistan zum Tode verurteilt worden, wurde aber kürzlich freigesprochen und aus dem Gefängnis entlassen. Das löste massive Proteste radikalislamischer Gruppen aus, die dennoch die Hinrichtung von Asia Bibi forderten.

In welches Land Asia Bibi gehe, sei nicht entschieden, sagte der Anwalt, der nach eigenen Angaben aber seit vor ihrer Entlassung nicht mehr mit ihre gesprochen hat. Asia Bibi habe keine Präferenz, sie spreche weder Englisch noch eine andere Sprache. Sicher sei nur, dass sie nach Europa wolle und nicht nach Indien oder Bangladesch.

Deutschland wäre Aufnahme gegenüber aufgeschlossen

Geplant sei die Ausreise von vier Personen: Asia Bibi, ihre zwei Töchter und ihr Mann.

Ihrem Anwalt zufolge hat ihr Mann drei weitere Kinder mit einer anderen Frau, die aber in Pakistan bleiben wollen.

Nach Darstellung ihres Anwalts ist die Christin derzeit in Sicherheit, sie lebe mit ihrer Familie an einem geschützten Ort. "Es geht ihr gut".

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte am Dienstag, eine Reihe europäischer Länder wäre einer Aufnahme gegenüber aufgeschlossen, sollte sie Pakistan verlassen können und wollen. "Dazu gehört selbstverständlich auch Deutschland."

Titelfoto: Uncredited/AP/dpa

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