Mega-Fusion! Asklepios will Rhön-Klinikum kaufen

Hamburg - Auf dem deutschen Krankenhausmarkt steht eine weitreichende Konzentration bevor: Die beiden Klinikkonzerne Asklepios und Rhön wollen sich zusammentun.

Der Krankenhauskonzern Asklepios hat seinen Hauptsitz in Hamburg. (Archivbild)
Der Krankenhauskonzern Asklepios hat seinen Hauptsitz in Hamburg. (Archivbild)  © Tim Vogel/dpa

In einem ersten Schritt wollen der Rhön-Großaktionär Asklepios, der Rhön-Gründer Eugen Münch sowie seine Ehefrau ihre Anteile in einem Gemeinschaftsunternehmen bündeln, wie Asklepios am Freitag mitteilte. Dieses Joint Venture soll mindestens rund 49 Prozent der Rhön-Aktien halten.

Zudem will Asklepios anschließend den übrigen Rhön-Anteilseignern ein Angebot von 18 Euro je Aktie unterbreiten - 25 Prozent mehr, als die Aktien vor Bekanntgabe der Pläne kosteten.

Ziel ist es, die Mehrheit an Rhön zu erlangen. Eine bestimmte Mindestannahmeschwelle für die Offerte ist aber nicht vorgesehen.

"Die Zusammenarbeit mit Asklepios eröffnet uns neue Möglichkeiten, die Ertragskraft und Leistungsfähigkeit in einem schwierigen Marktumfeld nachhaltig zu stabilisieren", erklärte Münch.

Bernard große Broermann, Gründer von Asklepios, sprach von einem "Meilenstein für die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Deutschland."

Mit den Übernahmeplänen würden sich zwei führende Klinik-Konzerne in Deutschland hinter dem Marktführer Fresenius Helios zusammenschließen.

Fusion könnte bis zum Sommer genehmigt werden

Rhön-Klinikum und Asklepios wären zusammen die Nummer 2 auf dem Krankenhausmarkt in Deutschland. (Archivbild)
Rhön-Klinikum und Asklepios wären zusammen die Nummer 2 auf dem Krankenhausmarkt in Deutschland. (Archivbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Rhön behandelte vergangenes Jahr mehr als 860.000 Patienten, Asklepios versorgte 2018 rund 2,3 Millionen Kranke.

Während Asklepios mit Sitz in Hamburg in 160 Gesundheitseinrichtungen in Deutschland vertreten ist, betreibt Rhön Krankenhäuser in Bayern, Thüringen, Brandenburg und Hessen.

Helios unter dem Dach des Dax-Konzerns Fresenius bliebe mit seinen 86 Kliniken in Deutschland und rund 5,6 Millionen Patienten im Jahr aber unangefochten.

Der Abschluss der Transaktion wird vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung für das zweite Quartal erwartet.

Rhön-Klinikum soll als eigenständiges Unternehmen fortbestehen, hieß es.

Rhön steht unter verstärktem regulatorischem Druck. So dürfte die vom Bundestag beschlossene Personaluntergrenze in der Pflege das Ergebnis 2020 belasten, hieß es.

Hinzu kämen Anlaufkosten für den Einstieg in die Telemedizin, wo Rhön im großen Stil mitmischen will.

Rhön-Aktien schnellten nach dem Übernahmeangebot am Freitag um mehr als 22 Prozent auf gut 18,04 Euro in die Höhe.

Titelfoto: Tim Vogel/dpa

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