Sexy "The Purge" auf Drogen: So ist der irre Kinofilm "Assassination Nation"

Berlin - Völlig verrückt! Mit "Assassination Nation" startet der abgedrehteste Film des Jahres in den deutschen Kinos und ist eine Mischung aus "The Purge" und "Spring Breakers" geworden.

Cheerleaderin Reagan (Bella Throne) lässt Männerherzen höher schlagen.
Cheerleaderin Reagan (Bella Throne) lässt Männerherzen höher schlagen.  © PR/Universum/24 Bilder

Der gesamte Film spielt in Salem, einer typischen US-Vorstadtsiedlung. Diese hat ihre Seele verloren. Die Bürger machen Jagd auf vier junge Frauen, die untertauchen und fliehen müssen.

Wie konnte es nur dazu kommen?

Lily Colson (Odessa Young), Sarah (Suki Waterhouse), Bex Warren (Hari Nef) und Em (Abra) sind seit Jahren beste Freundinnen, tratschen über Jungs, haben auf der Highschool Freunde und Feinde, über die sie ausgiebig lästern, stellen beinahe ihr ganzes Leben in den Sozialen Netzwerken zur Schau und zeigen sich auch vom Schicksal des Bürgermeisters wenig beeindruckt, dessen Computer gehackt wurde.

Überall werden dessen Fotos in Frauenklamotten gepostet. Er hält diesen Druck nicht aus - und begeht vor laufenden Kameras Selbstmord.

Anschließend werden immer mehr Computer in Salem gehackt, die Menschen sind entsetzt und einer schiebt die Schuld Lily zu - schon kann die Hexenjagd beginnen...

Die Ausgangslage ist spannend, aktuell - und der Beginn richtig stark! Denn Regisseur Sam Levinson (Another Happy Day) gelingt es, seine Einfälle auch visuell beeindruckend auf die Leinwand zu transportieren.

Seine einzigartige Bildsprache mischt er geschickt mit einer gehörigen Prise Erotik, die vor allem von den Jung-Schauspielerinnen Young (Die Wildente, Sweet Virginia, Looking for Grace), Waterhouse (Stolz und Vorurteil & Zombies, Die Bestimmung - Insurgent, Love Rosie) und Hollywood-Starlet Bella Thorne (Midnight Sun, Urlaubsreif, DUFF - Bist du keine, hast du eine) exzellent herüber transportiert wird.

Lily Colson (Odessa Young) ist eine starke junge Frau, die sich aber viele Feinde macht.
Lily Colson (Odessa Young) ist eine starke junge Frau, die sich aber viele Feinde macht.  © PR/Universum/24 Bilder

Die hypnotische Sogwirkung ist besonders stark, weil die jungen, emanzipierten Frauen nicht nur auf ihr anziehend in Szene gesetztes Äußeres beschränkt werden, sondern alle auch unterschiedliche, starke Charaktere ausgeschrieben bekommen.

Dazu ist die Ausgangslage eine interessante Überspitzung der jungen Generation. Levinson bezieht sich auf das extreme Ausleben des eigenen Ichs in den Sozialen Netzwerken und was daraus in einem Amerika unter Donald Trump folgen kann.

So wird jungen Menschen unterbewusst ein Spiegel vorgehalten, was in dieser kritischen Form ein durchaus mutiger, eigener Ansatz ist, weshalb der Film zum Nachdenken anregt, kurzweilig ist und mitreißt.

Was ihn auf ein teilweise herausragendes Niveau hebt, sind die überragenden Dialogszenen und Diskussionen.

Zum Beispiel die Sequenz, in der die moderne Lily mit ihren konservativen Eltern beim Abendessen diskutiert und sich daraus ein mitreißendes, kluges und reflektiertes Wortgefecht entwickelt, ist eine der besten Szenen von "Assassination Nation" und bleibt nachhaltig im Gedächtnis.

Lily Colson (Odessa Young) macht mit ihrem Freund Mark (Bill Skarsgard) fett Party.
Lily Colson (Odessa Young) macht mit ihrem Freund Mark (Bill Skarsgard) fett Party.  © PR/Universum/24 Bilder

Auch die aufreizenden Kostüme, die abwechslungsreichen Frisuren, die düsteren Masken, das aufwendige Make-up, die dynamische Kameraführung und die kontrastreichen Locations sind Stärken des Streifens.

Erwähnt werden muss auch die starke, treibende Musikuntermalung, die die jeweilige Stimmung gekonnt verstärkt und somit viel Atmosphäre generieren kann.

Allerdings hat der Film auch Schwächen. So gibt es einen großen Bruch in der Geschichte. Bis dahin wird alles nachvollziehbar erklärt. Dann kommt die Einblendung "eine Woche später" und plötzlich spielt ganz Salem völlig verrückt!

Eine Erklärung, was in den paar Tagen passierte? Gibt es nicht!

Das ist schon wenig überzeugend, auch wenn man weiterhin gebannt zuschaut. Wirklich enttäuschend ist dann das Ende. Viel offensichtlicher hätte man sich bei "The Purge" nicht bedienen können. So ist der Showdown zwar sehr blutig geraten, überzeugt aber nicht, weil hier unglaubwürdige Kompromisse eingegangen werden, was überhaupt nicht zum Rest des Filmes passt.

"Assassination Nation" beginnt richtig stark und ist einer der abgedrehtesten Filme der letzten Jahre. Erotik gepaart mit einem ganz eigenen Stil, einem interessanten Story-Ansatz und starken Dialogszenen - das alles erzeugt eine hypnotische Sogwirkung. Es gibt allerdings einen krassen Bruch im Film, weshalb der Showdown eine echte Enttäuschung ist und man deshalb ernüchtert aus dem Kino geht.

Sarah (Suki Waterhouse) und Bex Warren (Hari Nef) können auch austeilen.
Sarah (Suki Waterhouse) und Bex Warren (Hari Nef) können auch austeilen.  © PR/Universum/24 Bilder

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