Deshalb lohnt sich beim Lindgren-Film "Astrid" ein Kinobesuch!

Berlin - Große Emotionen! Im Lindgren-Biopic "Astrid" von Regisseurin Pernille Fischer Christensen (Eine Familie) erleben die Zuschauer hautnah mit, wie schwierig es die berühmte Buchautorin zu Beginn ihres Erwachsenenlebens hatte.

Astrid Lindgren (Alba August) telefoniert während ihrer Ausbildung zu Sekretärin in Stockholm.
Astrid Lindgren (Alba August) telefoniert während ihrer Ausbildung zu Sekretärin in Stockholm.  © PR/DCM/Erik Molberg Hansen

Die alte Astrid Lindgren (Maria Fahl-Vikander) bekommt zu ihrem 80. Geburtstag viele Briefe von Kindern, die sie inspiriert hat und die sie mögen.

Doch wie kam es dazu, dass Lindgren sich auch als Erwachsene so gut in Kinder hineinversetzen konnte?

Die junge Astrid (Alba August) machte sich Anfang der 1920er Jahre in der Kirche über die Bibel lustig, bis sie von ihrer Mutter Hanna (Maria Bonnevie) und dem strengen Blick von ihrem Vater Samuel (Magnus Krepper) zurechtgewiesen wurde.

Doch schon anhand dieses Details ist klar: Astrid hat ihren eigenen Kopf, hinterfragt Dinge und wird so nach und nach zu einer Frau, die die Welt verändert.

Durch Samuel bekommt sie einen Job beim Journalisten Blomberg (Henrik Rafaelsen), der nicht nur ihre Fähigkeiten als Redakteurin zu schätzen weiß.

Auch Astrid fühlt sich zu ihm hingezogen, schläft mit ihm - und wird bereits mit 18 Jahren schwanger! Da Blomberg verheiratet und ihre Familie sehr gläubig ist, entscheidet sie sich, erst nach Stockholm zu reisen, um dort ihre Ausbildung zur Sekretärin zu machen.

Astrid Lindgren (Alba August) entspannt mit ihrem Sohn Lasse (Marius Damslev) im Gras.
Astrid Lindgren (Alba August) entspannt mit ihrem Sohn Lasse (Marius Damslev) im Gras.  © PR/DCM/Erik Molberg Hansen

Anschließend fährt sie zu Marie (Trine Dyrholm) nach Dänemark, um dort ihren Sohn zur Welt zu bringen und schweren Herzens dort zu lassen, weil die gesellschaftlichen Schranken ein uneheliches Kind nicht erlauben würden...

Die Inszenierung von Astrid Lindgrens frühen Jahren ist herzzerreißend und deshalb teilweise hart zu ertragen. Nicht nur wegen ihrer inneren Zerrissenheit, sondern auch, weil sie wegen ihres starken Charakters viele Hürden überwinden musste.

An Tanzabenden wurde sie von Jungs nicht zum Tanz aufgefordert, ihre gut aussehende Freundin konnte sich hingegen vor Verehrern gar nicht retten.

Also rockte sie trotzig mit einer Freundin, die ebenfalls ohne Partner blieb, mit wilden Bewegungen das Parkett.

Doch nicht nur die großen Emotionen machen "Astrid" zu einem außergewöhnlich guten Biopic, sondern auch die Schauspieler.

Die 25-jährige August (The Rain) verkörpert Lindgren mit all ihren Facetten - der Lebhaftigkeit, der Liebe zum Schreiben und ihrem Kind - sehr überzeugend und trägt den Film mit ihrem Charme und ihrer Authentizität problemlos.

Redakteur Blomberg (Henrik Rafaelsen) ist von der jungen Astrid Lindgren (Alba August) ganz hingerissen.
Redakteur Blomberg (Henrik Rafaelsen) ist von der jungen Astrid Lindgren (Alba August) ganz hingerissen.  © PR/DCM/Erik Molberg Hansen

Dabei wird sie von der mütterlichen Dyrholm (Who Am I), dem ausdrucksstarken Krepper (Millennium-Trilogie), dem wandelbaren Rafaelsen (Thelma) und der mühsam die Fassade wahrenden Bonnevie (Zweite Chance) aber auch kongenial unterstützt.

Dass der Cast so gute Leistungen zeigt, liegt aber auch am starken Drehbuch.

Es lässt die Zuschauer den Figuren nahe kommen und sorgt mit durchdachten Dialogen immer wieder für menschlich nachvollziehbare Handlungen.

Dazu hat der Film durch einen klugen Schnitt ein straffes Erzähltempo, eine hohe Spannungskurve und überzeugt mit seiner interessanten Storyführung über eine Zeit in Lindgrens Leben, die sie stark geprägt hat.

Außerdem fallen auch die ruhige Kameraführung, die schönen Locations, die flippige Musikuntermalung, die zeitversetzenden Kostüme, die hervorragende Ausstattung und die für die Geschichte wichtigen Frisuren positiv auf.

"Astrid" bewegt durch die emotional aufgeladene Geschichte, die starken Schauspieler und ist deshalb ein sehenswerter Film über die berühmte schwedische Schriftstellerin Astrid Lindgren geworden.

Auf dem Fahrrad fühlt sich Astrid Lindgren (Alba August) frei - und ist einfach mal unbelastet und glücklich.
Auf dem Fahrrad fühlt sich Astrid Lindgren (Alba August) frei - und ist einfach mal unbelastet und glücklich.  © PR/DCM

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