Neuer Vorwurf im Asyl-Skandal: Geld für falsche Angaben genommen

Bremen - Nun auch noch das: Im Asyl-Skandal bei der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in Bremen gibt es Bestechungsvorwürfe gegen einen Dolmetscher und einen Vermittler.

Die Vorgänge in der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Bremen haben eine schwere Krise ausgelöst.
Die Vorgänge in der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Bremen haben eine schwere Krise ausgelöst.  © dpa/Mohssen Assanimoghaddam

Wie aus einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Bremen vom 3. April hervorgeht, wird der Bremer Dolmetscher verdächtigt, von Ausländern, die ihm ein zweiter Beschuldigter vermittelte, 500 Euro dafür erhalten zu haben, dass er "falsche Angaben insbesondere zur Identität und den Einreisedaten aufnahm, beziehungsweise übersetzte".

Der Vermittler soll von den Antragstellern angeblich selbst 50 Euro kassiert haben. Die Staatsanwaltschaft stützt ihren Verdacht laut Beschluss sowohl auf Erkenntnisse aus Revisionsverfahren des Bamf als auch auf Zeugenaussagen.

Die Bremer Bamf-Außenstelle darf aktuell keine Asylanträge mehr bearbeiten (TAG24 berichtete). Das Amt steht nach Angaben der ermittelnden Staatsanwaltschaft im Verdacht, zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen ohne ausreichende Grundlage Asyl gewährt zu haben (TAG24 berichtete). Zu den Beschuldigten in dem Verfahren gehört auch die ehemalige Leiterin der Außenstelle.

Bamf-Präsidentin Jutta Cordt hatte im März 2017 in einem Brief an die langjährige Mitarbeiterin geschrieben, diese habe ohne Grund auch in abgeschlossene Asylverfahren, die nicht in Bremer Zuständigkeit lagen, eingegriffen und diese positiv entschieden.

Auch nach Intervention eines Vorgesetzten habe die damalige Amtsleiterin "die beanstandete Verfahrensweise fortgesetzt", heißt es in dem Schreiben weiter.

Jutta Cordt leitet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
Jutta Cordt leitet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.  © dpa/Carmen Jaspersen

Titelfoto: dpa/Mohssen Assanimoghaddam, dpa/Carmen Jaspersen


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