Polizei stockt auf: Asyl-Zeltstadt bereitet sich auf Hitzewelle vor

Neben den alltäglichen Problemen kommt nun auch noch eine Hitzeperiode auf die Zeltstadt zu.
Neben den alltäglichen Problemen kommt nun auch noch eine Hitzeperiode auf die Zeltstadt zu.

Von Dirk Hein [&] Andrzej Rydzik

Dresden - Bei allen Kämpfen um hygienische Mindeststandards in der Dresdner Zeltstadt kommt jetzt auch noch die Hitzewelle obendrauf.

Der Wetterdienst rechnet in dieser Woche mit Höchstwerten von deutlich über 30 Grad. Nun droht der Hitzekollaps! Derweil hat die Polizei ihre Präsenz vor der Zeltstadt verstärkt.

Bei der letzten Hitzewelle im Juli musste die Feuerwehr Asylbewerber der Chemnitzer Zeltstadt immer wieder mit kühlem Wasser versorgen. Auch für die Helfer und Flüchtlinge in Dresden bedeuten die Hochsommer-Temperaturen eine zusätzliche Belastung.

„Es sind einige Sachen in Planung. Wir sind darauf bedacht, Vorkehrungen wegen der prognostizierten Hitzewelle zu treffen“, so Kai Kranich, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes.

Die Polizei hat die Zahl der Einsatzkräfte erhöht.
Die Polizei hat die Zahl der Einsatzkräfte erhöht.

Die Dresdner Asyl-Zeltstadt wurde in Eile und ohne Baugenehmigung hochgezogen.

„Die Notunterkunft an der Bremer Straße wurde nach Polizeirecht eingerichtet. Der Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement kümmert sich um eine darüber hinaus gehende Baugenehmigung“, so eine Sprecherin der Landesdirektion.

Indes hat die Polizei mehr Beamte rund ums Zeltlager im Einsatz, die für Sicherheit sorgen sollen.

„Momentan sind vier Streifenwagen und somit zwei mehr als üblich in der Bremer Straße. Die Notwendigkeit, Beamte innerhalb des Lagers vorzuhalten, ist aber nicht gegeben“, erklärt ein Polizeisprecher.

Eric Hattke (23), Sprecher des Netzwerks „Dresden für alle“, überraschten die Auseinandersetzungen unter den Flüchtlingen mit acht Verletzten nicht: „Seit Tagen weisen wir auf die Gefahr einer Eskalation hin. Wie wir von Flüchtlingen aus dem Lager erfahren haben, sind die Zustände weiter katastrophal.“

Am Montag will sich Innenminister Markus Ulbig (51, CDU) ein Bild von der Zeltstadt und den Bedingungen für die Bewohner machen.

Fotos: Roland Halkasch, imago/stock[&]people


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