Polizei schlägt Alarm: Bald Straßenkämpfe vor Asylheimen?

Rainer Wendt von der Polizeigewerkschaft schlägt Alarm.
Rainer Wendt von der Polizeigewerkschaft schlägt Alarm.

In der Zeltstadt Hamburg-Wilhelmsburg gab es Schlägereien.
In der Zeltstadt Hamburg-Wilhelmsburg gab es Schlägereien.

"Nein, die Öffentlichkeit erfährt nicht alles. Die Lageberichte der Polizei erfolgen intern und die Öffentlichkeit bekommt nur einen Bruchteil davon mit, um sie nicht unnötig in Schrecken zu versetzen", so Wendt.

Seiner Meinung nach sind die Beamten einer großen Gefahr ausgesetzt. Er spricht zudem von der größten "Herausforderung der Polizeigeschichte seit 1945".

Erst am Dienstagabend ist es in Erstaufnahmeeinrichtungen in Hamburg und Braunschweig zu Schlägereien zwischen Flüchtlingen verschiedener Nationalitäten gekommen.

In einem Erstaufnahmelager in Hamburg seien rund 30 Albaner und Afghanen teilweise mit Eisenstangen aufeinander losgegangen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

In der Landesaufnahmebehörde (LAB) des Landes Niedersachsen in Braunschweig brach der Polizei zufolge ein Streit zwischen Algeriern und Syrern aus - 300 bis 400 Flüchtlinge beteiligten sich demnach an der Prügelei.

Der Streit in Hamburg eskalierte. Drei Personen wurden in Gewahrsam genommen.
Der Streit in Hamburg eskalierte. Drei Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Nach der Auseinandersetzung in dem Lager im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg wurden der Polizei zufolge drei Menschen in Gewahrsam genommen. Einer von ihnen habe mehreren Zeugen zufolge einem anderen Flüchtling eine Waffe an den Kopf gehalten.

Trotz des Einsatzes eines Spürhundes sei die Waffe nicht gefunden worden. Bei der Schlägerei seien fünf Menschen leicht verletzt worden, einer habe einen Stich in den Arm bekommen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Dass es sich dabei um einen Messerstich handelte, habe sich nicht bestätigt.

Der Auslöser der Schlägerei war demnach ein Streit zwischen einem Albaner und einem Afghanen im Sanitärbereich der Einrichtung. Der Anlass für den Streit war zunächst unklar.

Daraus resultierte die Schlägerei, bei der einige Menschen mit Eisenstangen bewaffnet gewesen seien. Nach der Auseinandersetzung sei auch eine Matratze in einem Zelt angezündet worden, in dem mehrere Albaner untergekommen waren. Zwei Personen seien dabei durch Rauch verletzt worden.

Der Anlass für die Prügelei in Braunschweig waren laut Polizeisprecher einige gestohlene Gegenstände. Verletzte habe es keine gegeben.

Nach anderthalb Stunden konnte die Polizei demnach mit rund 60 Beamten die Situation beruhigen. Ein Mann sei festgenommen worden, der am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt wird.

Fotos: dpa; imago


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