Asylheim-Chef schmuggelte Crystal und schimpft im Netz gegen Ausländer





Grinsend saß der Ex-Asylheim-Chef Hartmut B. (39) am Freitag auf der Anklagebank.
Grinsend saß der Ex-Asylheim-Chef Hartmut B. (39) am Freitag auf der Anklagebank.  © Holm Helis

Dresden - Im Dienst kümmerte er sich um Flüchtlinge, in der Freizeit verbreitete er Anti-Asyl-Propaganda - und er schmuggelte laut Anklage Crystal im Hintern über die Grenze und verkaufte es in Freital. Seit Freitag steht er deshalb vor dem Dresdner Landgericht.

Seit Sommer 2015 war Hartmut B. (39) Chef des Flüchtlingsheims in der Tharandter Straße in Dresden-Löbtau, gleichzeitig strotzt sein Facebook-Profil vor Anti-Asyl-Propaganda, zum Beispiel dem geteilten NPD-Bildchen „Deutschland braucht keine ausländischen Fachkräfte“ oder auch eine Warnung vor kriminellen Ausländern. Doch selbst nahm es der Heimleiter mit dem Gesetz nicht so genau.

„Ich habe nach dem Aufstehen immer erstmal Crystal genommen“, sagt er vor dem Landgericht. „Sonst hätte ich es nicht aus Arbeit geschafft.“ 

Angeklagt ist er aber nicht nur wegen Konsums, sondern auch, weil er in Freital die gefährliche Droge vertickt haben soll. Laut Anklage soll er achtmal nach Tschechien gefahren sein, sich dort zwischen 10 und 36 Gramm Crystal gekauft und in einem Kondom in seinem After zurückgeschmuggelt haben.

Am 27. Mai wurde er dabei an der Grenze erwischt, sitzt seitdem im Knast. Während er den Stoff für 30 Euro das Gramm kaufte, verkaufte er es an Freunde für 50 Euro. 

„Das meiste war aber für mich“, behauptet er. „Ich hab nur ein paar Freunden etwas gegeben, damit die nicht in Dresden so teuer schlechten Stoff kaufen.“ Der Prozess wird fortgesetzt.


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