Anmietung der Asylheime in Pieschen verzögert sich

Dieses Haus auf der Großenhainer Straße soll zur Unterkunft für Asylbewerber werden.
Dieses Haus auf der Großenhainer Straße soll zur Unterkunft für Asylbewerber werden.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Die Anmietung der Großenhainer Straße 61 und 63 als Asylunterkünfte wird sich wahrscheinlich verzögern. Rot-Rot-Grün (RRG) kündigte am Mittwoch an, das Vorhaben so nicht zu unterstützen.

Der vorgesehene Mietpreis von 10 Euro pro Quadratmeter sei zu hoch. RRG will die Stadtverwaltung zu Nachverhandlungen auffordern, der Vermieter solle sich mit 7,50 Euro zufrieden geben.

„Die Entscheidung soll ein Zeichen an alle Vermieter sein: Wir lassen nicht zu, dass diese Zwangslage ausgenutzt wird. Anbieter sollen sich keine goldene Nase verdienen“, so Fraktionschef André Schollbach (36, Linke).

Auch Dresdens OB Dirk Hilbert sagte bereits am Dienstag im Ortsbeirat Pieschen: „Bei den aktuellen Flüchtlingszahlen sind wir kurzfristig unter Druck.“

Es sei bitter, wenn sich Anbieter eine goldene Nase verdienen wollten. Sven Mania, Leiter der Projektgruppe asylsuchende Menschen, hatte zuvor gesagt: „Mit den 10 Euro befinden wir uns am oberen Ende der bislang angemieteten Wohnungen“.

Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (39, Linke) ist für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig.
Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (39, Linke) ist für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig.

Der Mietspiegel für Pieschen sieht deutlich günstigere Mieten zwischen 5,30 Euro und 6,50 Euro vor.

Unterdessen macht sich der einzige verbliebene Mieter W. weiterhin Sorgen. Er fühlt sich weiter übergangen, wurde nicht informiert. „Von der Stadt ist noch niemand an mich herangetreten.“

Dabei hatte OB Hilbert (44, FDP) ihm im Ortsbeirat Pieschen Hilfe versprochen, wollte ein Treffen mit Sozial-BM Kristin Kaufmann (39, Linke) noch vor der Stadtratssitzung am Donnerstag in die Wege leiten.

Auf die Frage, ob die Stadt bei der geplanten Anmietung getäuscht wurde, antwortete ein Stadtsprecher: „Der Vermieter hat diese Wohneinheiten nicht angeboten, insofern wurde die Stadt auch nicht getäuscht.“

Der Mieter W. hofft weiterhin auf eine Lösung zwischen Vermieter, Stadt und ihm.

Sollte RRG für Aufschub sorgen, hätte die Stadt hierfür etwas mehr Zeit. Gleichzeitig ginge Zeit zur schnellen Unterbringung von Flüchtlingen verloren.

Fotos: Steffen Füssel (1), Petra Hornig (1)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0