Neues Forschungsschiff "Atair" setzt auf klimafreundlichen Antrieb

Berne - Die Schifffahrt muss umweltfreundlicher werden. Der Bund geht bei einem Spezialschiff mit gutem Beispiel voran.

Das Forschungsschiff "Atair" liegt noch am Kai der Fassmer Werft, wird aber den Heimathafen in Hamburg haben.
Das Forschungsschiff "Atair" liegt noch am Kai der Fassmer Werft, wird aber den Heimathafen in Hamburg haben.  © dpa/Carmen Jaspersen

Das hochmoderne Forschungsschiff "Atair" des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist in Berne an der Unterweser bei Bremen getauft worden.

Das 75 Meter lange neue Flaggschiff der BSH-Flotte solle auf den Meeren wichtige Daten zum Klimawandel sammeln, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), am Montag.

Seine Frau Elke ließ die traditionelle Flasche Sekt am Rumpf der "Atair" zerschellen.

Der 114 Millionen Euro teure Neubau ist auf Umweltfreundlichkeit hin konstruiert worden.

Die "Atair" sei das erste hochseetaugliche Behördenschiff für Spezialaufgaben, das mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird, sagte BSH-Präsidentin Karin Kammann-Klippstein.

Auch sei das Schiff besonders leise, um Meerestiere nicht zu stören. Deshalb hat die "Atair" einen eher ungewöhnlichen senkrechten Bug, der die Bugwelle minimiert.

"Atair" bietet Forschern viele Möglichkeiten

Ende Februar wurde das Forschungsschiff "Atair" in Kiel ausgedockt.
Ende Februar wurde das Forschungsschiff "Atair" in Kiel ausgedockt.  © dpa/Frank Molter

An Bord gibt es mehrere Labors. 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können dort neben der 18-köpfigen Besatzung arbeiten.

Tauchgänge können aus dem Schiff heraus unternommen werden. Zu den Aufgaben der "Atair" zählen Vermessungsfahrten in Nord- und Ostsee, meereskundliche Exkursionen bis in den Nordatlantik sowie die Suche nach Wracks.

Auch Meeresflächen für Windkraftanlagen auf See soll das Schiff untersuchen. Die "Atair" sei ein deutlich sichtbares Zeichen und Symbol des Einsatzes für den einzigartigen Lebensraum Meer, sagte Kammann-Klippstein.

Gebaut wurde das Schiff von der Fassmer-Werft in Berne. Etwa 300.000 Konstruktionsstunden seien in den Neubau geflossen, sagte Werftchef Harald Fassmer.

Die Werft ist auf Behördenschiffe spezialisiert. Derzeit wird bei Fassmer auch die Sanierung des Marinesegelschulschiffs "Gorch Fock" fortgesetzt.

Die "Atair" soll den Dienst im ersten Vierteljahr 2020 aufnehmen. Ihr Heimathafen wird Hamburg ein.

Titelfoto: dpa/Carmen Jaspersen

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